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Die Narren-Masken sind abgestaubt: Überall im Südwesten hat am Dreikönigstag traditionell die schwäbisch-alemannische Fastnacht begonnen. Den Auftakt machten um 6 Uhr die Kübler in Stuttgart-Bad Cannstatt.

Stuttgart - Die Narren-Masken sind wieder abgestaubt: Überall im Südwesten hat am Dreikönigstag traditionell die schwäbisch-alemannische Fastnacht begonnen. Häufig im schwarzen Frack sind die Abstauber von Haus zu Haus gegangen, um Häs (Kostüm) und Larve oder Scheme (Maske) symbolisch vom Staub zu befreien. Den Auftakt machten um 6 Uhr die Kübler in Stuttgart-Bad Cannstatt. "Man freut sich immer, dass es endlich wieder losgeht. Endlich kann man wieder Fasnet leben", sagte Sprecher Panajotis Delinasakis. Auf den Straßen ging es allerdings nur in den Fastnachts-Hochburgen schon richtig lautstark los - die meisten Narrenzünfte feierten den Dreikönigstag mit Saalveranstaltungen.

In Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) hat die Narrenzunft Schwenningen die Schemen des Hölzlekönigs und der Moosmulle abgestaubt. Traditionell trugen die Abstauber Frack und Fliege und hielten sich gegenseitig ihre Missgeschicke im vergangenen Jahr vor. In Bad Cannstatt mussten die Neulinge einen närrischen Spießrutenlauf über sich ergehen lassen, bevor sie mit reichlich Wasser bei den eiskalten Temperaturen zu vollwertigen Narren getauft wurden.

Unter anderem in Markdorf, Meersburg (Bodenseekreis) und im oberschwäbischen Pfullendorf (Kreis Sigmaringen) beginnt die närrische Zeit traditionell mit dem "Einschnellen", dem Knallen von Peitschen. In zahlreiche Städten wurden Narrenbäume aufgestellt. In Stockach (Kreis Konstanz) wollte das Narrengericht am Abend bekanntgeben, welchem Prominenten der Prozess gemacht wird.

Der Höhepunkt in den Fastnachtshochburgen ist der "Schmotzige Dunschdig", der in diesem Jahr auf den 11. Februar fällt, und mit dem die schwäbisch-alemannische Fastnacht erst richtig losgeht. Zu den Höhepunkten am "Schmotzigen" gehört die Sitzung des "Stockacher Narrengerichts". Außerdem werden die traditionellen Hemdglonker- Umzüge etwa am Bodensee, in Bräunlingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) oder Geisingen (Kreis Tuttlingen) veranstaltet und Rathäuser gestürmt. Die Fastnacht endet am Aschermittwoch (17. Februar) und wird vielerorts in Form einer Strohpuppe verbrannt, ersäuft oder in einem Misthaufen vergraben.

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