Schwaben-Park hat neue Achterbahn Die Wilde Hilde ist einmalig

Von Kathrin Zinser 

Die Wilde Hilde ist die neue Attraktion im Schwaben-Park. Foto: Gottfried Stoppel
Die Wilde Hilde ist die neue Attraktion im Schwaben-Park. Foto: Gottfried Stoppel

Achterbahn, Freefalltower und Schiffschaukel in einem: Der Schwaben-Park hat eine neue Attraktion. Eigentlich sollte sie schon im Sommer für die Besucher geöffnet werden.

Kaisersbach - Langsam und leise fährt die Gondel senkrecht auf rund 25 Meter Höhe hinauf. Der Blick schweift weit über den Schwäbischen Wald, die Füße baumeln in der Luft, als es plötzlich vorbei ist mit der Ruhe: Rasant geht es ein Stück bergab, kurz vor der Kurve wird die Gondel sanft abgebremst, fällt, schaukelt hin und her, gleitet auf die nächste Gerade und arbeitet sich in weiteren Kurven abwärts: Nach insgesamt 90 Sekunden endet die Fahrt mit der Wilden Hilde, der neuen Attraktion im Schwaben-Park in Kaisersbach.

Weltweit einmalig sei diese Mischung aus Achterbahn, Freefalltower und Schiffschaukel, erklären einer der beiden Geschäftsführer des Schwaben-Parks, Thomas Hudelmaier, und der Parksprecher, Marcel Bender, am Donnerstag bei einem Pressetermin. Eigentlich hätte das Fahrgeschäft bereits im Sommer für die Besucher eröffnen sollen, doch der Start verzögert sich. Zuletzt haben die Gondeln in den Tests zu heftig hin und her geschaukelt. Technisch gesehen könnte die Bahn damit zwar in den Betrieb gehen. „Das wollen wir aber nicht. Die Wilde Hilde soll für ein junges Publikum sein, unser Park ist auf Familien mit kleinen Kindern ausgelegt“, betont Marcel Bender. Deshalb hätten die Techniker daran gearbeitet, die Fahrt etwas gemäßigter zu gestalten und den Schwung der Gondeln stärker gebremst.

Feinjustierung braucht Zeit

„Die Feinjustierung dauert lang“, sagt Thomas Hudelmaier. Der Prototyp wird mit wassergefüllten Dummies getestet – jede mögliche Besetzung der vier Sitzplätze pro Gondel verlangt einen eigenen Testlauf. „Das ist extrem aufwendig“, so der Geschäftsführer des Freizeitparks. Wohl auch deshalb fällt es Herstellern von Achterbahnen schwer, Prototypen von Fahrgeschäften an den Mann zu bringen. „Viele Parkbetreiber scheuen das damit verbundene Risiko“, erklärt Marcel Bender.

Die Wilde Hilde, die einer Kugelbahn nachempfunden ist, hätte ursprünglich in einem Einkaufszentrum in Norddeutschland stehen sollen. Dort hat sie aber keine Baugenehmigung erhalten, weshalb sich der Schweizer Hersteller Ride Engineers an den Schwaben-Park wandte. „Wir kennen ihn gut“, sagt Hudelmaier. Daher mussten die Schweizer ihn nicht lange überzeugen – er ging das Risiko eines ganz neuen Fahrgeschäfts ein und ist zuversichtlich, dass es sich bezahlt machen wird. Von der ersten Fahrt sei er sofort begeistert gewesen: „Das Fahrgefühl war super.“

Mehr als 3000 Testfahrten

Inzwischen hat die Wilde Hilde mehr als 3000 Testfahrten hinter sich, am Montag wurde sie vom TÜV geprüft. An diesem Samstag startet das so genannte „Soft-Opening“, der Test unter realen Bedingungen. Dann können die Besucher des Schwaben-Parks eine Fahrt mit der neuen Attraktion wagen. „Es kann sein, dass die Anlage zwischenzeitlich wieder geschlossen wird“, sagt Bender. Das sei der Fall, wenn sich beim „Kennenlernen zwischen Mensch und Maschine“ herausstelle, dass nachjustiert werden müsse. Die offizielle Eröffnung der Wilden Hilde ist für 2019 geplant.

Ihr vollständiger Name „Wilde Hilde – der total verrückte Hühnerstall“ verweist laut Bender auf die Geschichte des Parks: Ursprünglich befand sich hier eine Hühnerfarm, aus der im Laufe der Zeit ein Tierpark und dann der heutige Freizeitpark wurde – nun um eine Attraktion reicher.

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