Roller- oder Radfahrer müssen vom Mulchweg auf den Parkplatz ausweichen. Foto: Leonie Schüler

Im April wurde ein Kind auf dem Parkplatz angefahren. Eltern bitten OB Kuhn, den Weg zu befestigen. Für Kinder, die vom Stadtteil Wolfbusch aus zur Schule gehen, endet der Gehweg an der Köstlinstraße.

Wolfbusch - Eltern der Wolfbuschschule kämpfen weiter dafür, dass der 35 Meter lange Wegabschnitt entlang des Parkplatzes bei der Gaststätte Trompetle asphaltiert wird. Denn für Kinder, die vom Stadtteil Wolfbusch aus zur Schule gehen, endet der Gehweg an der Köstlinstraße. Auf Druck der Eltern finanzierte die Stadt vor anderthalb Jahren einen mit Rindenmulch ausgelegten Weg, der hinter dem Parkplatz entlangführt. So sollte verhindert werden, dass die Schüler dann nicht mehr zwischen rangierenden Autos zur Schule laufen, sondern über den provisorischen Weg.

Sichere Schulwege sollten eine Selbstverständlichkeit sein

„Das ist besser als nichts“, sagt die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Julia Rüdle. Auch die drei Pfosten, welche die Stadt weiter hinten montiert hat, seien hilfreich, da sie Eltern davon abhalten, ihre Kinder direkt bis vors Schulhaus zu fahren. „Aber es finden immer noch gefährliche Situationen statt“, sagt Rüdle. Denn der Mulchweg sei im Winter nicht geräumt und bei Regenwetter zu matschig, um benutzt zu werden. Und auch Schüler, die mit Roller oder Fahrrad unterwegs sind, müssten nach wie vor über den Parkplatz fahren. „Die Kinder werden von den Autofahrern einfach nicht gesehen“, sagt Andreas Haid, der sich in der Bürgerinitiative Schulweg Wolfbusch engagiert. Zusammen mit anderen Eltern hat er deshalb einen Brief an Oberbürgermeister Fritz Kuhn verfasst mit der Bitte, den provisorischen Weg durch einen asphaltierten zu ersetzen. Wie dringend der Wunsch ist, zeigte sich schon kurz darauf: „Zwei Wochen, nachdem wir den Brief abgeschickt haben, gab es einen Unfall“, berichtet Haid. Ein achtjähriges Mädchen sei auf dem Fahrrad angefahren und leicht verletzt worden. „Was muss noch passieren? Sichere Schulwege sollten in einer Stadt wie Stuttgart, die sich die Kinderfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat, eine Selbstverständlichkeit sein“, monieren die Eltern im Schreiben an Kuhn.

Auch im Bürgerhaushalt war der Vorschlag Thema. 230 Bürger stimmten dafür, der Wunsch landete aber nicht unter den Top 100. „Es gab aber doch von der Stadt die Zusage, dass sie sich auch um die anderen Vorschläge kümmert“, sagt der Vater einer Schülerin und ärgert sich, „dass sich gar nichts getan hat“. Im Land sei dies wohl der einzige offiziell ausgewiesene Schulweg, der über einen Parkplatz verlaufe.

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