Die Sanierung der Max-Eyth-Schule ist in vollem Gang. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Wenn Schulen wegen des Mangels an Personalstellen im Hochbauamt weder saniert werden noch eine Mensa bekommen können, sollte die Stadt Stuttgart dringend eine Kurskorrektur vornehmen, meint Redakteurin Inge Jacobs.

Stuttgart - Seit Jahren werden Sanierungsvorhaben an Schulen nach hinten geschoben, weil es im Hochbauamt an Personalstellen fehlt. Auch viele Erweiterungs- oder Umbauten an Schulen kommen deshalb nicht voran. Das ist nicht akzeptabel. Wohlgemerkt, es geht dabei um Projekte, die den Schulen zugesagt wurden, die als dringlich eingestuft wurden. Und bei denen die Stadt als Schulträgerin in einer Bringschuld ist – etwa bei der Umgestaltung der Halbtags- zu Ganztagsschulen.

Wer sich wie die Landeshauptstadt entschlossen hat, alle Grundschulen, die Bedarf anmelden, zu Ganztagsschulen umzubauen, sollte auch halbwegs zeitnah Mensen und Aufenthaltsräume für die Kinder schaffen. Das gilt auch für Gemeinschaftsschulen. Punkt zwei: Es war ein Beschluss des Gemeinderats, dass die Stadt jedes Jahr 50 Millionen Euro für Schulsanierungen bereitstellt. Das war richtig so, denn der Nachholbedarf ist nicht nur groß, sondern auch von der Stadt zu einem Teil auch selbst verschuldet, weil diese jahrelang die Bauunterhaltung vernachlässigt hatte.

Mit befristeten Stellen kann man keine qualifizierten Mitarbeiter locken

Doch mit befristeten Stellen im Hochbauamt kann man auf einem ohnehin engen Markt keine qualifizierten Mitarbeiter locken. Es wäre daher nicht nur ein gutes Signal, sondern auch klug, wenn die Stadt umgehend dem Antrag der Gemeinderatsfraktionen auf Entfristung von zwölf Stellen nachkommen würde.

Aber dies allein wird nicht ausreichen. Berechnungen des Technikreferats zufolge könnte man mit 21 zusätzlichen Stellen erreichen, dass die Verzögerungen bei den Bauvorhaben nicht ganz so extrem ausfallen. Ganz verhindern lassen sie sich schon wegen der begrenzten Handwerkerkapazitäten wohl nicht. Man darf also gespannt sein, wie ernst die Verwaltung mit OB Fritz Kuhn an der Spitze die Themen kinderfreundliche Stadt und Bildung sowie Gemeinderatsbeschlüsse nehmen wird. Auch die Schulen haben eine Erklärung verdient.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: