Birgit Menzel, die Konrektorin der Körschtalschule, hat die Ideen zu möglichen Kooperationen im Unterricht mit dem benachbarten PGH zu Papier gebracht. Foto: Simone Bürkle

Die Körschtalschule und das Paracelsus-Gymnasium liegen genau nebeneinander. Zusätzlich zur räumlichen Nähe wollen die beiden Plieninger Schulen künftig auch inhaltlich enger zusammenarbeiten. Dazu werden derzeit Ideen gesammelt.

Plieningen - Auf den ersten Blick mögen eine Gemeinschaftsschule und ein Gymnasium nur wenig Berührungspunkte haben – zumal sich beide nicht nur inhaltlich unterscheiden, sondern auch in ihrer Verwaltung und in den Methoden, mit denen die Schüler unterrichtet werden.

Dass es dennoch reichlich Möglichkeiten zur Zusammenarbeit geben könnte, hat eine Veranstaltung zur Schulentwicklung in Plieningen vergangene Woche gezeigt, zu der die Bezirksvorsteherin Andrea Lindel ins Rathaus geladen hatte.

Schulen wollen gemeinsame Werte definieren

Dort präsentierten die Körschtalschule – frisch gebackene Gemeinschaftsschule – und das Paracelsus-Gymnasium Hohenheim (PGH) ihr Angebot im proppenvollen Sitzungssaal vor Eltern, Lehrern und Kommunalpolitikern. Gleichzeitig ging es darum, auszuloten, „wo die beiden Schulen, die fast nebeneinander liegen, etwas gemeinsam machen können“, sagte Lindel – zumal im Schuljahr 2016/17 im Land ein neuer Bildungsplan in Kraft treten soll, in dem gemeinsame Werte und Erziehungsziele der verschiedenen Schularten definiert werden.

Beide Schulen empfinden die günstige Lage in unmittelbarer Nachbarschaft als „große Chance“, wie die Leiterin der Körschtalschule, Regine Hahn, und auch der Direktor des PGH, Siegfried Frey, betonten. Zudem sei es außergewöhnlich, dass im Stadtbezirk alle Schulabschlüsse – vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur – angeboten werden könnten. „Wenn wir gut zusammenarbeiten, können wir also alle Elternwünsche zu 100 Prozent abdecken“, sagte Hahn.

Etliche Ideen auf Anhieb genannt

In Arbeitsgruppen sollten die Besucher deshalb Ideen für konkrete Möglichkeiten der Kooperation finden. Themen waren unter anderem Sport, Kultur, Betreuung, Arbeitsgemeinschaften, Unterricht und Berufsorientierung. Auf Anhieb kamen etliche Ideen zusammen. Genannt wurden zum Beispiel Hospitanzen von Lehrern in der jeweils anderen Schule, aber auch ein sogenanntes Team-Teaching. Dabei tun sich zwei Lehrer aus beiden Schulen zusammen und halten gemeinsam Unterricht.

Zudem wurde angeregt, die Anfangs- und Pausenzeiten der Körschtalschule und des PGH anzupassen. Auch gemeinsame Veranstaltungen – seien es Sport-Wettkämpfe, Gottesdienste, Theaterstücke oder Berufsinformationstage – konnten sich die Beteiligten gut vorstellen. Selbst eine gemeinsame Nutzung von Räumen erscheint beiden Seiten nicht ausgeschlossen. So wurde zum Beispiel darüber diskutiert, dass die Körschtalschule ihre Schulküche auch für PGH-Schüler öffnet, während die Körschtalschüler, die nur einen Raum für naturwissenschaftliche Fächer zur Verfügung haben, die gute naturwissenschaftliche Infrastruktur am PGH nutzen könnten.

Wunsch nach einer neuen Sporthalle

Abgesehen von inhaltlichen und strukturellen Kooperationsmöglichkeiten ging es aber auch um große Lösungen, für die die Schulen gemeinsam bei der Politik vorstellig werden wollen. So regte Peter Knapp an, „dass wir den Bau einer neuen Sporthalle gemeinsam fordern sollten“. Knapp leitet die Arbeitsgruppe Sport. Auch die sogenannte Campuslösung, bei der die Schulen enger verzahnt werden könnten, soll wieder ins Spiel gebracht werden.

Die Ansprechpartner der Gruppen wollen nun einen Arbeitskreis gründen und die Ideen vorantreiben. Die Bilanz der Beteiligten fiel positiv aus. „Wir gehen ganz motiviert aus dieser Veranstaltung“, sagte Regine Hahn. Und die Bezirksvorsteherin Andrea Lindel betonte: „Ich gehe davon aus, dass jetzt Taten folgen werden.“

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