Der Bezirksbeirat Foto: Achim Zweygarth

Die Werkrealschule in der Rosensteinschule soll geschlossen werden. Sehr zum Unmut des Bezirksbeirats Nord.

S-Nord - Für Sie ist das kein leichtes Thema, für uns ebenso wenig“, sagte Roland Steiner vom Schulverwaltungsamt am Montag in der Sitzung des Bezirksbeirats Nord. Thema war der Schulentwicklungsplan. Von 32 eingerichteten Werkrealschulstandorten sollen 18 aufgehoben – im Gegenzug die verbleibenden 13 gestärkt und weiterentwickelt werden. Für diese Maßnahme nennt das Schulverwaltungsamt zwei Gründe: Die Einführung der Gemeinschaftsschule sowie der Wegfall der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung, der zu einem Rückgang der Anmeldezahlen an Realschulen geführt hat.

Die Neuerungen werden auch den Norden betreffen. Die Rosensteinschule im Nordbahnhofviertel soll als Werkrealschulstandort gestrichen werden. Spätestens zum Schuljahr 2017/2018 sollen die Klassen aufgehoben und deshalb schon ab 2013/2014 keine Schüler mehr in die Stufe 5 aufgenommen werden. Die Schüler aus dem Bezirk sollen dann Schulen wie die Falkertschule im Stuttgarter Westen besuchen. „Die Rosensteinschule hat ein hervorragendes pädagogisches Konzept. Dass die Werkrealschule gestrichen werden soll, das ist ein Thema, das uns sehr bewegt“, sagte die Bezirksvorsteherin Andrea Krueger zu Beginn der Sitzung im Rathaus.

Die Arbeit der Schulen kein Kriterium

Deshalb hat der Bezirksbeirat schon im vergangenen Jahr Fragen ausgearbeitet, die Roland Steiner und die Leiterin des Staatlichen Schulamts, Ulrike Brittinger, versuchten zu beantworten. So stellte sich der Bezirksbeirat die Frage, weshalb die Rosensteinschule bei gleicher Anmeldezahlen wie die Schulen im Westen ausgewählt wurde. Steiner entgegnete, dass die Anmeldezahlen bei der Auswahl nur eine untergeordnete Rolle spielten: „Vielmehr zählen Aspekte wie die regionale Bedarfsentwicklung, Wegebeziehungen und Standortsituation. Darüber hinaus weist der Stadtbezirk Nord mit aktuell 22 Schülerinnen und Schülern in Klassenstufe 5 die geringste Anmeldezahl an Werkrealschulen in der Innenstadt auf.“ Kein Kriterium der Standortauswahl sei die Arbeit der Werkrealschulen, jede Schule habe auf ihre Art und Weise und mit ihrem Potenzial hervorragende Arbeit geleistet.

Ralph Wöhrle vom Bündnis 90/Die Grünen erinnerte an die Investitionen, die an der Rosensteinschule in den vergangenen Jahren geleistet wurden, beispielsweise seien Säle für den naturwissenschaftlichen Unterricht eingerichtet worden. „Das ist richtig“, sagte Ulrike Brittinger, „manchmal tätigt man Investitionen und dann wird man von der Realität überholt.“ Die Reduzierung der Standorte solle derartigen Fehlinvestitionen künftig vorbeugen. Sie sorge für Planungssicherheit bei Investitionen und Sanierungsmaßnahmen.

Viele sozial schwache Familien im Stadtteil

Mit der Arbeit der Rosensteinschule stehe und falle sehr viel, sagte Andrea Krueger weiter. Sie brachte damit die Umgebung der Rosensteinschule, das Nordbahnhofviertel, in die Diskussion, die Bevölkerungsstruktur und der hohe Migrantenanteil, der in der Rosensteinschule sehr gut aufgefangen werde und auf die Schule im Bezirk angewiesen sei. „Wir haben hier viele sozial schwache Familien“, sagte auch Ralph Wöhrle. „Vielen wird es schwer fallen, mehreren Kindern eine Monatsfahrkarte zu kaufen, um in den anderen Bezirken zur Schule zu gehen.“

Die internationale Vorbereitungsklasse, in der Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen auf den Unterricht vorbereitet werden, könne in die Neckar-Realschule integriert werden, so Ulrike Brittinger. Die Neckar-Realschule, die aufgrund der Bauarbeiten von Stuttgart 21 von der Willy-Brandt-Straße in die Heilbronner Straße zieht, soll im Gegensatz zur Rosensteinschule gestärkt werden. „Die Schule hätte Potenzial eine Gemeinschaftsschule zu werden“, sagte Steiner im Bezirksbeirat. „Die Neckar-Realschule wird am neuen Standort eine Anziehungskraft entwickeln. Sie ist ein Gewinn für den Bezirk“, sagte Brittinger. Die Anmeldezahlen in einem Bezirk auf zwei Realschulen zu verteilen, sei schwierig.

Zusammenarbeit mit der Neckar-Realschule möglich

Denkbar wäre es, beide Schulen zu verknüpfen, sagte die Leiterin des Staatlichen Schulamts weiter. So könne sie sich vorstellen, „die Kompetenz der Rosensteinschule und ihrer Lehrkräfte mit denen der Neckar-Realschule zu verknüpfen“. Der Bezirksbeirat Nord gab in seinem Beschluss dem Schulverwaltungsamt deshalb die Bitte weiter, zu prüfen, ob die Neckar-Realschule zusammen mit der Rosensteinschule hinsichtlich der pädagogischen Ressourcen und der Schülerzahl als Gemein­-schaftsschule installiert werden können. Da dies einige Zeit in Anspruch nehmen würde, bitte der Bezirksbeirat weiter, die Werkrealschule der Rosensteinschule nicht zu schließen, bis die Frage geklärt sei.

Denkbar wäre es, beide Schulen zu verknüpfen, sagte die Leiterin des Staatlichen Schulamts weiter. So könne sie sich vorstellen, „die Kompetenz der Rosensteinschule und ihrer Lehrkräfte mit denen der Neckar-Realschule zu verknüpfen“. Der Bezirksbeirat Nord gab in seinem Beschluss dem Schulverwaltungsamt deshalb die Bitte weiter, zu prüfen, ob die Neckar-Realschule zusammen mit der Rosensteinschule hinsichtlich der pädagogischen Ressourcen und der Schülerzahl als Gemein­-schaftsschule installiert werden können. Da dies einige Zeit in Anspruch nehmen würde, bitte der Bezirksbeirat weiter, die Werkrealschule der Rosensteinschule nicht zu schließen, bis die Frage geklärt sei.

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