Das Schulhaus der Schönbuchschule ist modern. Das Konzept soll es auch sein, sagen Christina Seeger (re.) und Regina Trick. Foto: Kratz

Bis zum kommenden Herbst sind noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Doch die Rektorin Christina Seeger und die Konrektorin Regina Trick freuen sich auf die neue Herausforderung

Dürrlewang/Rohr - Das Team der Schönbuchschule spielt schon lang mit dem Gedanken eine Ganztagsschule zu werden. Denn schon jetzt sind dort so viele Kinder für eine Nachmittagsbetreuung angemeldet, dass fünf Gruppen gebildet werden konnten. „Der Bedarf ist da“, sagt die Rektorin Christina Seeger. Hinzu komme, dass das Model der Ganztagsschule gut mit den Leitbild der Schule zusammenpasse, ergänzt die Konrektorin Regina Trick. „Wir wollen in unserer Schule fordern und fördern.“ Jedes Kind habe sein eigenes Lerntempo. „Wir wollen differenziert unterrichten, und die Mädchen und Jungen dort abholen, wo sie sind“, sagt Seeger. Dafür biete die Ganztagsschule mit den damit verbundenen zusätzlichen Lehrerstunden einen guten Rahmen.

Eine dritte Komponente ist freilich die günstige Raumsituation und Lage an der Dürrlewangstraße. Denn die Schönbuchschule war eine der ersten Grund- und Hauptschulen, die ihren Hauptschulzweig verloren hat. Dessen Räume hat sie aber nach wie vor, und damit ausreichend Platz für eine Ganztagsschule, in der die Kinder eben nicht nur lernen, sondern auch ihre Freizeit verbringen. In diesem Zusammenhang unterstreicht Regina Trick außerdem die Nähe zum Wald. „Wir wollen eine grüne Schule sein“, sagt Trick. Und auch Projekte rund um das Thema Natur seien in einer Ganztagsschule besser unterzubringen.

Der Startschuss fällt im Herbst

Der Startschuss fällt im Herbst 2014. Die Ganztagsschule beginnt von unten. Das bedeutet, dass die künftigen Erstklässler die ersten Ganztagschüler sein werden. Bis dahin gibt es allerdings noch viel zu erledigen. Zum einen geht es um die Raumplanung. Denn obgleich es genügend Platz gibt, muss intern umstrukturiert und umgebaut werden. Vor allem braucht die Schule eine richtige Mensa. Auch der Außenbereich soll aufgewertet und weiter geöffnet werden, damit die Kinder noch mehr Möglichkeiten haben, sich draußen zu bewegen. Nicht zuletzt müssen ein pädagogisches Konzept und ein Stundenplan entwickelt werden, der den selbst gesteckten Zielen des Kollegiums entspricht.

Das alles sei in dem knappen Jahr, dass der Schule noch an Vorbereitungszeit bleibt, nicht zu schaffen, gibt Christina Seeger zu. „Aber was wir als Schule leisten können, das bekommen wir bis zum Herbst auf alle Fälle hin.“ Damit meint die Rektorin vor allem das pädagogische Konzept und die Abstimmung mit dem Träger der Ganztagsschule. Jener wird im Fall der Schönbuchschule das städtische Jugendamt sein. Das hat der Gemeinderat Anfang Oktober beschlossen.

Keine Zwischenlösung Schülerhaus

Auf die Zwischenlösung Schülerhaus verzichtet die Schönbuchschule. Das sei eine Entscheidung des Kollegiums gewesen. „Wir wollen keine aufgepfropfte Hortbetreuung am Nachmittag, sondern eine echte Ganztagsschule mit einer Rhythmisierung im Tagesablauf“, sagt die Rektorin. Das bedeutet, dass sich die Zeiten, in denen die Kinder lernen, sich austoben und auch wieder zur Ruhe kommen, abwechseln sollen; und das nicht erst am Naschmittag, sondern auch schon am Vormittag. „Es geht nicht mehr nur um die Frage, was wir lernen, sondern auch um die Frage, wie wir lernen“, sagt Christina Seeger. Wenn die Schönbuchschule im Herbst mit dem Projekt Ganztagsschule beginnt, wird es eine der ersten Schulen auf den Fildern sein, die diesen Weg geht. Lediglich die Fasanenhofschule ist schon seit Jahr und Tag Ganztagsschule.

Bislang gibt es noch Schulbezirke. Das bedeutet, dass Eltern ihr Kind nicht ohne Weiteres auf die Schönbuchschule schicken können, weil sie ein Interesse an einer Ganztagsbetreuung habe. Dazu muss nach wie vor ein Umschulungsantrag gestellt werden. Ob die Schulbezirke irgendwann aufgelöst werden, sei eine politische Entscheidung, sagt Seeger. Und bevor diese getroffen werde, müsse man sicherlich abwarten, wie sich die Schülerströme entwickeln.

Schule im Stadtbezirk

Für die Rektorin und ihr Team steht aber auch fest, dass „wir eine Schule in unserem Stadtbezirks sind und auch bleiben wollen“. Mit verschiedenen Aktionen beteilige man sich am Stadtteilleben, beispielsweise mit dem Apfelfest im Herbst und einem eigenen kleinen Weihnachtsmarkt auf dem Schulgelände. Auch solche Aktionen können mit der Ganztagsschule weiter ausgebaut werden. „Wir scharren mit den Hufen und freuen uns, wenn es im kommenden Schuljahr endlich los geht“, sagt Trick und ergänzt: „Wir wollen unsere pädagogische Kompetenz in die Ganztagsschule einbringen.“

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