Rund 19 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Stuttgart besuchen eine Schule in freier Trägerschaft. Foto: dpa

In Stuttgart gibt es besonders viele Kinder, die eine Schule in freier Trägerschaft besuchen. Wobei die Zahlen in den vergangenen Jahren eine interessante Entwicklung genommen haben.

Baden-Württemberg hat bundesweit die meisten Schulen in freier Trägerschaft. Im Südwesten gibt es 701 allgemeinbildende und 474 berufsbildende Privatschulen. Zum Vergleich: In Bayern sind es 692 allgemeinbildende und 350 berufsbildende Privatschulen, in Nordrhein-Westfalen 440 allgemeinbildende und 297 berufsbildende Privatschulen. Allerdings besuchen in Bayern insgesamt 179 667 Kinder und Nordrhein-Westfalen insgesamt 206 465 Kinder eine Privatschule, während es in Baden-Württemberg nur 166 701 Kinder sind.

 

Die Zahl der Schulen in freier Trägerschaft ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Schuljahr 2018/19 waren es noch 5810 Privatschulen, im Schuljahr 2023/24 bereits 5916 Privatschulen. Diese Zahlen sind dem Geschäftsbericht 2024/2025 des Verbands Deutscher Privatschulverbände zu entnehmen.

Besonders beliebt sind Privatschulen in Stuttgart. Von 58 431 Mädchen und Jungen, die nach den Zahlen des Statistischen Landesamts im Schuljahr 2023/2024 eine allgemeinbildende Schule besucht haben, gingen 10 865 auf eine Schule in freier Trägerschaft. Das sind 18,6 Prozent. Dieser Anteil ist etwa doppelt so hoch wie im Landesschnitt. Das hängt vor allem damit zusammen, dass Waldorfschulen in Stuttgart eine große Bedeutung haben. Die erste Schule dieser Art wurde 1919 auf der Uhlandshöhe gegründet.

Steigende Schülerzahlen an den Stuttgarter Privatschulen

Die Attraktivität der Stuttgarter Privatschulen ist in den vergangenen 30 Jahren stark gestiegen. Im Schuljahr 1993/94 besuchten 12,7 Prozent der Kinder und Jugendlichen eine Schule in freier Trägerschaft. Im Schuljahr 2021/22 stieg dieser Anteil auf einen Höchstwert von 18,9 Prozent und fiel dann wieder leicht. Von den 162 allgemeinbildenden Schulen in Stuttgart sind 34 privat. Das sind 21 Prozent.

Stark zugelegt haben in den vergangenen Jahren die mittlerweile 18 privaten Grundschulen. Diese hatten im Schuljahr 2023/24 in Stuttgart einen Anteil von knapp 8,3 Prozent an der Schülerschaft. In den fünf Jahren davor stieg die Zahl dieser Grundschüler von 1421 auf 1610, das sind plus 13,3 Prozent. Zum Vergleich: In diesem Zeitraum haben die Schülerzahlen in den öffentlichen Grundschulen um knapp ein Prozent von 18 050 auf 17 880 abgenommen.

Die privaten Realschulen werden immer beliebter. Im Gegensatz dazu verlieren die privaten Gymnasien an Attraktivität. Foto: stock.adobe.com

Auch die privaten Realschulen haben zugelegt. Im Schuljahr 2023/24 hatten sie einen Anteil an allen Realschülern von knapp 16,3 Prozent. In den zurückliegenden fünf Jahren stieg die Schülerzahl von 1219 auf 1294 Jugendliche und damit um sechs Prozent. Die Schülerzahlen an den öffentlichen Realschulen nahm in dieser Zeit dagegen um rund 12 Prozent ab, nämlich von 7581 auf 6660. Dieses Minus hängt allerdings auch mit den Zuwächsen der Gemeinschaftsschulen zusammen, deren Schülerzahl in den vergangenen fünf Jahren um rund 40 Prozent gestiegen ist, nämlich von 2179 auf 3048.

Beim Gymnasium haben die privaten im Vergleich zu den öffentlichen Schulen Kinder verloren. Ende der 1990er Jahre lag ihr Anteil bei 23 Prozent, im Schuljahr 2023/24 bei nur noch 19 Prozent. Dabei ist die absolute Zahl der Schülerinnen und Schüler an den privaten Gymnasien gestiegen, wenn auch nur leicht von 3893 auf 3941, ein plus von 1,2 Prozent. Der Verlust an Anteilen gegenüber den öffentlichen Gymnasien hat damit zutun, dass deren Schülerzahl angesichts der hohen Übertrittsquoten in den vergangenen fünf Jahren um 4,9 Prozent angewachsen ist, nämlich von 15 960 auf 16 745.