Am Schulstandort Steinenberg in Stuttgart-Hedelfingen wird es vorerst kein neues Gymnasium geben. Damit bleiben die Schulwege für manch einen Oberstufenschüler auch künftig etwas weiter. Foto: /Pius Koller/Lichtgut/Piechowski

Die Stadt Stuttgart wollte eigentlich am Standort Steinenberg in Hedelfingen ein Gymnasium gründen. Was sie nun stattdessen plant.

Der Bau eines neuen Gymnasiums am Schulstandort Steinenberg ist vorerst vom Tisch. Das hat der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats am Mittwoch beschlossen. Die Schulplanung in den Oberen Neckarvororten werde dennoch konsequent weiter vorangetrieben, betonte die Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer in der Sitzung.

 

Grundlage dafür ist eine Machbarkeitsstudie. Sie sieht vor, das ehemalige Hauptschulgebäude zu sanieren. Dieses soll künftig von der Grundschule Steinenberg genutzt werden, welche zusätzliche Räume benötigt, um sich pädagogisch weiterentwickeln zu können. Die Stadtverwaltung will nun gemeinsam mit der Schulgemeinde ein Konzept erarbeiten. Die Investitionskosten werden auf etwa 70 Millionen Euro geschätzt.

Das sind die Gründe für die neue Entwicklung

Ein möglicher Neubau eines dreizügigen Gymnasiums am Steinenberg in Hedelfingen war in der Machbarkeitsstudie ebenfalls geprüft worden. Eine Realisierung steht nicht mehr zur Diskussion. Grund sind gesunkene Übertrittsquoten auf das Gymnasium. In den Oberen Neckarvororten sind die Anmeldezahlen für das Gymnasien im vergangenen Jahr regelrecht eingebrochen: Von 184 für das Schuljahr 2024/2025 auf 133 für das Schuljahr 2025/2026.

Zudem haben sich mit dem Erwerb des Kinobauer-Areals durch die Stadt neue Erweiterungsmöglichkeiten am Lindenschulzentrum in Untertürkheim ergeben. Dort arbeiten bereits die Linden-Realschule und das Wirtemberg-Gymnasium zusammen. Perspektivisch sollen beide Schulen Räume für bis zu fünf Züge einschließlich Sonderklassen erhalten.

Die Planungsmittel für die Umstrukturierung des Kinobauer-Areals sind bereits finanziert. Über die bauliche Umsetzung soll im Doppelhaushalt 2028/2029 entschieden werden. Auch die Sanierung des Hauptschulgebäudes am Steinenberg für die Grundschule ist für diesen Zeitraum angemeldet. Die Flächen am Steinenberg bleiben als Entwicklungsreserve erhalten, falls sich der Bedarf ändert.