Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer sieht noch „Unsicherheiten“ in Bezug auf die Weiterentwicklung der Schulen im Bereich der Sekundarstufe I. Foto: privat/Murat/dpa

Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer hat die Entscheidung zur Abwicklung der Werkrealschulen von der Tagesordnung genommen. Das sind die Gründe.

In Stuttgart wird es vorerst keine Entscheidung zur Zukunft der Werkrealschulen geben. Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer hat die entsprechende Vorlage abgesetzt. Ursprünglich sollte der Verwaltungsausschuss am Mittwoch, 3. Dezember, sein Votum fällen und der Gemeinderat sich am Donnerstag, 4. Dezember, noch einmal mit dem Thema befassen.

 

Die Verwaltungsspitze in Stuttgart wollte die Werkrealschule als eigenständige Schulform abschaffen. Vor dem Hintergrund der Schulgesetzänderung und der Abschaffung des Werkrealschulabschlusses sei diese nicht mehr überlebensfähig. Zu wenige Familien würden sich für diese Schulform entscheiden, so die Argumentation.

Die Zahl der Mädchen und Jungen, die eine Werkrealschule besuchen, ist seit Jahren rückläufig. Im vergangenen Schuljahr konnten an drei der insgesamt sieben noch bestehenden Werkrealschulen in Stuttgart keine neuen fünften Klassen gebildet werden, weil es zu wenig Anmeldungen gab. Doch die Schulform hat weiterhin Befürworter. Für viele Kinder sei die Werkrealschule genau der richtige Bildungsort, so die Argumentation von Eltern und Pädagogen, die sich in den vergangenen Wochen zu Wort gemeldet haben. Auch im Gemeinderat war der von der Verwaltungsspitze vorgeschlagene Weg umstritten.

Isabel Fezer hat die Mitglieder des Verwaltungsausschuss am Dienstag per E-Mail darüber informiert, dass sie die Entscheidung zu den Werkrealschulen von der Tagesordnung nehme. „Hintergrund sind die eingegangenen interfraktionellen Anträge, die mir deutlich machen, dass es offenbar noch Unsicherheiten in Bezug auf den Verwaltungsvorschlag zur Weiterentwicklung der Sekundarstufe I in Stuttgart gibt“, heißt es in dem Schreiben.

Auch die angespannte Haushaltslage ist ein Grund

Die Verwaltung sei zu der Einschätzung gekommen, dass „im Hinblick auf die heterogene Antragslage zum aktuellen Zeitpunkt noch keine fachlich fundierte Entscheidung getroffen werden kann“. Erschwerend hinzu komme die aktuelle Haushaltslage. Vor allem wegen gesunkener Gewerbesteuereinnahmen muss die Stadt sparen, was auch die Schulen treffen wird.

Isabel Fezer betont aber auch: „Meine grundsätzliche Haltung hat sich nicht geändert. Ich sehe es nach wie vor als dringend erforderlich an, den Sekundarbereich I in Stuttgart qualitativ weiterzuentwickeln und zukunftsfähig auszurichten.“