Das Problem mit dem Mittagessen: Die Körschtalschule hat gar keine Mensa, der Essensraum im PGH ist viel zu klein. Foto: Archiv/Barnerßoi

Elternbeirat und Schulleitung stellen im Bezirksbeirat vor, wo und wie Körschtalschule und Paracelsus-Gymnasium bereits erfolgreich zusammenarbeiten. Doch die Kooperationspartner wollen mit dem Besuch noch viel mehr erreichen.

Plieningen - Michael Mattig-Gerlach schließt bereits Wetten ab. In drei Jahren eröffnen die neugebaute Mensa sowie eine neue Sporthalle für das Paracelsus-Gymnasium-Hohenheim (PGH) und die Körschtalschule – so lautet seine These. Ein Kollege des PGH-Elternbeiratsvorsitzenden hält dagegen. „Einsätze gibt es aber noch keine“, sagt Mattig-Gerlach und lacht. Zwar glaube er selbst nicht wirklich an diesen optimistischen Zeitplan. Doch es hilft ihm beim Kämpfen. So wie er es auch an diesem Abend tun wird, wenn er mit je einem Mitglied der Leitung der benachbarten Schulen in den Bezirksbeirat Plieningen/Birkach kommt und vorstellt, warum die Mensa und die Sporthalle so nötig sind und in dieser Sache möglichst bald etwas passieren muss.

Anlass für den Besuch im lokalpolitischen Gremium ist, dass die Bezirksbeiräte den Kooperationsausschuss der Schulen eingeladen haben, damit dieser über die Zusammenarbeit von Körschtalschule und PGH berichtet. Im Januar dieses Jahres hat sich der Ausschuss gebildet, im Mai gab es ein Treffen mit Bürgern und Lokalpolitikern, bei dem in Arbeitsgruppen zahlreiche Ideen gesammelt wurden, wie die Nachbarschulen künftig miteinander arbeiten und voneinander profitieren können.

Fuball-AG und Lehrer-Hospitanzen

Beispiele gibt es zwischenzeitlich zuhauf: Schon seit Längerem betreuen einige Gymnasiasten die Körschtalschüler bei den Hausaufgaben, neuer sind die gemeinsame Fußball-AG und das gemeinsame Unterstufenorchester, berichten Michael Mattig-Gerlach und seine Stellvertreterin Iris Schröter. Bald sollen weitere Ideen aus der Sitzung im Mai umgesetzt werden, wie etwa, dass die Lehrer an der jeweils anderen Schule hospitieren oder dass die Schulsanitäter gemeinsam ausgebildet werden.

All dieses Positive wollen die Vertreter des Kooperationsausschusses den Lokalpolitikern berichten. Aber auch, dass es nicht nur diese guten Seiten gibt: „In all der Kooperation stoßen wir an bauliche Grenzen“, sagt Mattig-Gerlach. Und zwar, wenn es um die Essensversorgung und die Sportmöglichkeiten an den beiden Schulen geht. Die Körschtalschule hat keine Mensa, im PGH ist der Raum für die Essensausgabe völlig über Kapazität belegt. Die Sportstätten sind marode. „Sobald es regnet, ist es in der Halle nass“, berichtet Iris Schröter von der Situation am PGH. Die Körschtalschüler turnen in einem denkmalgeschützten Bau von 1936, der dem heutigen Sportangebot nicht gerecht wird. „Die Kinder spielen quasi nur historische Spiele“, sagt Schröter.

Eltern und Schulen pochen auf den Doppelhaushalt

Um ihrem Anliegen Dringlichkeit zu verleihen, haben die Elternvertreter den Bezirksbeiräten bereits im Vorfeld der Sitzung einen Brief mit ihrer Forderung nach einer Sporthalle und einer Mensa geschrieben. Nun erhoffen sie sich Unterstützung. Diese sei ihnen nämlich im Mai zugesagt worden, sagt Michael Mattig-Gerlach. Bei dem Treffen war neben Bezirksbeiräten auch der Referent der Oberbürgermeisters anwesend. „Er hat damals gesagt, wenn wir an einem Strang ziehen, bekommen wir die Unterstützung der Stadt“, berichtet Mattig-Gerlach. Darauf pochen die Eltern nun und geben mit dem Schreiben noch einmal einen Impuls. Denn schon bald beginnen die Beratungen für den Doppelhaushalt 2016/2017. In diesem muss das Geld für die Neubauten bereitgestellt werden, sagt der Elternbeirat.

Auch die Schulen haben vorab einen ähnlich lautenden Brief an die Politiker geschickt, bestätigen PGH-Rektor Siegfried Frey und die Leiterin der Körschtalschule Regine Hahn. Der Stadt ist die Problematik der Schulen bekannt, sagt Frey. Im Herbst gab es eine Begehung, in einer Machbarkeitsstudie werden derzeit verschiedene Lösungen für einen gemeinsamen Campus entwickelt. Trotzdem geben auch die Schulleiter den Impuls noch mal bewusst, um sich die politische Unterstützung zu sichern. Der Stadt als Schulträger wollen sie noch dieses Jahr die Neubauten offiziell beantragen. „Wir müssen sicherstellen, dass Mensa und Sporthalle in den Doppelhaushalt kommen“, sagt Frey.

Sitzung:
Die Bezirksbeiräte tagen am 8. Dezember, 18 Uhr, im Bezirksrathaus, Filderhauptstraße 155.

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