Die Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg sollen nicht früher in die Weihnachtsferien (Symbolbild). Foto: imago images/Belga/JAMES ARTHUR GEKIERE

Baden-Württemberg folgt nicht den Beispielen von Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Die Weihnachtsferien an den 4500 Schulen im Land sollen trotz der hohen Infektionszahlen nicht vorgezogen werden – „Stand heute“, wie das Kultusministerium betont.

Stuttgart - Am Ende der Abwägung bleibt es dabei: Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) will die Schulen in Baden-Württemberg nicht drei Tage früher als geplant in die Weihnachtsferien schicken. Das teilt das Ministerium auf Anfrage mit. Die Ministerin und ihr Kollege vom Sozialministerium, Manne Lucha (Grüne), hätten sich untereinander und mit Fachleuten aus Medizin und Wissenschaft intensiv ausgetauscht. „Stand heute“ sehe man von vorgezogenen Ferien ab, trotzdem die Coronalage besorgniserregend sei, die Infektionszahlen hoch und die Krankenhäuser bis an ihre Grenzen belastet seien.

„Jugendliche sind die am besten gescreente Gruppe in der Gesellschaft“

„Schulen zu schließen muss aber sehr genau überlegt und abgewogen werden“, teilt das Kultusministerium mit und verweist auf die „ernsthaften Folgen“, welche die Schließungen im vergangenen Schuljahr hinterlassen hätten: Lernlücken und Defizite im sozialen und emotionalen Bereich. Darüber hinaus „sind die Kinder und Jugendlichen an der Schule die am besten gescreente Gruppe in der Gesellschaft“, schließlich werden sie aktuell zwei Mal wöchentlich mit PCR-Tests oder drei Mal wöchentlich mit Antigenschnelltests auf mögliche Infektionen geprüft.

Vor allem im Bereich der Grundschulen brächten Schulschließungen in dieser Hinsicht keinen Mehrwert für das Infektionsgeschehen, weil für diese Kinder eine Betreuung angeboten werden müsste. Zudem will Schopper die Familien kurz vor Weihnacht nicht noch mehr belasten: Nicht jede Familie könne sich kurzfristig noch zusätzlich Urlaub nehmen. Dafür wirbt auch die Kultusministerin dafür, von sich aus Kontakte zu reduzieren.

GEW und Elternbeirat lehnen längere Ferien ab

Wie berichtet haben einzelne Bundesländer – Brandenburg etwa und Sachsen-Anhalt – beschlossen, wegen des starken Infektionsgeschehen ihre Weihnachtsferien nach vorne zu ziehen. Dafür hatte auch der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus plädiert. Sowohl die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) als auch der Landeselternbeirat in Baden-Württemberg hatten einen solchen Schritt als Einzelmaßnahme aber abgelehnt. Im vergangenen Jahr waren die Ferien nach einigem Hickhack schließlich doch früher dicht gemacht worden.

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