Das Interimsgebäude hat rund drei Millionen Euro gekostet. Foto: Chris Lederer

Nach monatelangen Verzögerungen ist der Interimsbau am Fliegenweg kürzlich bezogen worden. Weitere Bauabschnitte stehen dennoch an.

Stammheim - Die turbulenten Tage des Umzuges sind vorbei. Nun sind alle acht Klassen wie geplant in ihren neuen Räumen angekommen. Zwar sei baulich noch nicht alles ganz so, wie es sein müsste, sagt Rektorin Claudia Neulinger. „Aber die Kinder freuen sich und sind von ihrem neuen Gebäude sehr angetan.“ Und auch für Neulingers Lehrerkollegen bedeute der Bezug des Gebäudes, dass auch die Erweiterung des Lehrerzimmers endlich in die Realität umgesetzt werden könne. „Also entspannt sich auch hier die Lage.“

Im Sommer 2018 hätte der Bau fertig sein sollen

Ursprünglich hätte der Neubau bereits im Sommer vergangenen Jahres fertiggestellt sein sollen (wir berichteten). Laut einem Mitarbeiter der Stadt habe die beauftragte Baufirma „die Komplexität des Vorhabens unterschätzt“. Auch ein zweiter angekündigter Termin nach den Herbstferien 2018 wurde nicht eingehalten.

Der einstöckige, rund 30 mal 30 Meter große Schulneubau fasst acht Klassenzimmer und hat eine Grundfläche von 865 Quadratmetern. Gekostet hat der Interimsbau knapp drei Millionen Euro. Zwei weitere große Bauvorhaben auf dem Schulgelände sind in der Planung, und wenn es keine unvorhergesehenen Probleme gibt, sollen die vorgegebenen Termine gehalten werden können: Konkret sieht der nächste Bauabschnitt einen Schulbau mit 17 Klassenzimmern an der Burtenbachstraße vor, gelegen zwischen dem Kindergarten und dem Bestandsgebäude. Seine Fertigstellung ist für den Schuljahresbeginn 2021/22 avisiert.

Raumnot wegen Umzug der Parkrealschule

Im dritten Bauabschnitt ist ein weiterer permanenter Neubau an derjenigen Stelle vorgesehen, wo sich aktuell noch die beiden alten Schulpavillons befinden. Sie werden abgerissen. In dem dritten Bau ist unter anderem auch eine neue Mensa vorgesehen. Erst wenn dieser Bau fertig ist, soll das jüngst bezogene Interimsgebäude abgerissen werden. Es ist vom Stuttgarter Baurechtsamt nur befristet genehmigt worden, da es sich in der Nähe zu einem Landschaftsschutzgebiet befindet.

Grund für die Raumnot an der Schule ist unter anderem der schrittweise Umzug der Parkrealschule nach Stammheim. Im Jahr 2016 hat die Realschule angefangen, von Zuffenhausen nach Stammheim umzuziehen, jedes Jahr mit einer neuen Klassenstufe. Voraussichtlich 2020 macht der letzte Jahrgang seinen Realschulabschluss am Standort in Zuffenhausen. Doch auch die Grundschule in Stammheim wächst in den kommenden Jahren – nicht zuletzt durch das im Bau befindliche Wohngebiet Langenäcker-Wiesert, wo mehr als 330 Wohneinheiten entstehen.

Weniger Platz auf dem Schulhof

Ein Problem an der Schule stellt – neben der Raumnot in Gebäuden – auch die momentane Schulhofsituation dar. Durch die intensive Nutzung der Außenfläche seit Einführung der Ganztagsschule „sind sämtliche Grasflächen ruiniert“, schildert die Rektorin. „Die Kinder rennen über den blanken Boden. Bei Frost ist das kein Problem, aber bei Regen oder Tauwetter führt das zu extremer Verschmutzung sämtlicher Gebäude.“ Nun sei durch die Errichtung des Modulbaus auch noch die Freifläche weiter eingeschränkt worden, gleichzeitig stieg die Schülerzahl durch die Klassen der Parkrealschule. „All diese Faktoren spielen ungünstig zusammen.“ Es sei zwar angedacht, den Schulhof zu erweitern, sobald die Baustelle im großen Schulhof eingerichtet wird, jedoch soll diese Erweiterung von Seiten der Stadt nur zeitlich begrenzt genehmigt werden. „Meiner Meinung nach ein Unding!“, sagt die Rektorin.

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