Die Riedseeschule will Ganztagsschule werden. Foto: Archiv Alexandra Kratz

Die Riedseeschule will Ganztagsschule werden. Die Stadt soll den entsprechenden Antrag zum 1. November beim Regierungspräsidium Stuttgart einreichen. Zudem ist an der Riedseeschule vor wenigen Tagen die erste Schülerhaus-Gruppe an den Start gegangen.

Möhringen - Ingrid Willemsen weiß, dass der Bedarf für eine Ganztagsbetreuung groß ist – und zwar nicht nur im Grundschulbereich, sondern auch in den höheren Klassen. „Wir haben seit jeher entsprechende Anfragen von Eltern“, sagt die Rektorin der Riedseeschule. Noch einmal gestiegen sei der Bedarf mit dem Auslaufen des Hauptschulzweigs an der Fasanenhofschule, die seit jeher eine Ganztagsschule gewesen ist. „Die meisten der Jugendlichen sind jetzt bei uns. Und ihre Eltern brauchen nach wie vor eine Nachmittagsbetreuung für ihren Nachwuchs“, sagt Willemsen.

Nicht zuletzt sei es aber auch der Schule selbst ein wichtiges Anliegen, dass ihre Schüler auch am Nachmittag gut aufgehoben seien. „Wir stellen immer mal wieder fest, dass Hausaufgaben nicht erledigt werden, weil manche Eltern damit überfordert sind“, sagt Willemsen. Zudem sei es den Lehrern im Rahmen der Ganztagsschule möglich, ein besseres Verhältnis zu den Mädchen und Jungen aufzubauen.

Gründe genug also, um die Möhringer Riedseeschule zu einer Ganztagsschule zu machen. Die Stadt will zum 1. November den Antrag beim Regierungspräsidium einreichen. Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats hat dem vor Kurzem zugestimmt.

Die Voraussetzungen sind gut

Die Voraussetzungen für eine Ganztagsbetreuung an der Riedseeschule sind gut. So ist das Thema Essensversorgung bereits geklärt. Denn vor einigen Wochen hat das benachbarte Königin-Charlotte-Gymnasium die Eröffnung der neuen Mensa auf dem Campus an der Sigmaringer Straße gefeiert. Von Anfang an stand fest, dass diese auch von den Mädchen und Jungen der Riedseeschule genutzt werden kann. Was noch fehlt, sind allerdings entsprechend ausgestattete Räume für die Nachmittagsbetreuung. „Da muss sich noch einiges tun“, gibt Willemsen zu. In der Beschlussvorlage für den Gemeinderat ist zu lesen, dass die für die Ganztagsschule erforderlichen Freizeit- und Fachräume „durch Umstrukturierungen im Bestand“ geschaffen werden sollen. Die Maßnahme sei im Zusammenhang mit der Neuorganisation des Rembrandt-Schulzentrums zu betrachten.

Allerdings soll nur der Hauptschulzweig der Riedseeschule zu einer Ganztagsschule werden. Im Grundschulbereich wird die Sache anders geregelt: nämlich mit einem sogenannten Schülerhaus. Das bedeutet, dass die Schulen in Kooperation mit den Trägern der Freien Jugendarbeit, also beispielsweise den Jugendhäusern, die Nachmittagsbetreuung sicherstellen. Der Vorteil: die Nachmittagsbetreuung muss nicht zwingend in der Schule stattfinden.

Vor wenigen Tagen ist an der Riedseeschule die erste Schülerhaus-Gruppe an den Start gegangen. Kooperationspartner ist die Stuttgarter Jugendhausgesellschaft. Darüber hinaus gibt es nach wie vor drei Hortgruppen. Doch der Hort ist ein Auslaufmodell und soll nach und nach komplett vom Schülerhaus abgelöst werden.

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