Schweres Gerät ist am Max-Planck-Gymnasium im Einsatz. Foto: Gottfried Stoppel

Von den Toiletten bis zur Fassade: In einigen Schorndorfer Schulen wird unter Hochdruck gearbeitet. Nur sechs Wochen sind wenig Zeit, um die zum Teil umfassenden Arbeiten vor dem ersten Schultag im September fertig zu bekommen.

Schorndorf - Die Säge frisst sich kreischend durch die Betonwand. Tische und Stühle stehen aufgestapelt in den Fluren, die beiden Physiksäle befinden sich im Rohbau-Zustand. Während sich die Schüler in den wohlverdienten Sommerferien entspannen, arbeiten die Handwerker im Schorndorfer Max-Planck-Gymnasium (MPG) unter Hochdruck.

Viel zu wenig Mädchentoiletten am Max-Planck-Gymnasium

„Sechs Wochen sind wenig Zeit“, sagt Projektleiterin Ina Mayer auf einer Tour durch die diversen Schulbaustellen. Und ganz wird es im Falle des MPGs auch nicht reichen – zu umfassend sind die Maßnahmen und unerwartet dick die Stahlbetonwände. Diese müssen durchbrochen werden, weil auf vier Stockwerken die Toiletten komplett erneuert werden. Diese waren zum einen schon recht abgewohnt, zum anderen aber für völlig andere Zeiten geplant: Zwei Mädchentoiletten standen fünf Toiletten sowie drei Urinalen für die Jungen gegenüber. „Da gab es zurecht Beschwerden“, sagt Steffen Schultheiß, Leiter des Gebäudemanagements.

Bereits seit den Pfingstferien wurden die zwei Physiksäle entkernt: „Da gab es aufsteigendes Gestühl, in Zukunft sind die beiden Räume ebenerdig“, erläutert Ina Mayer. Außerdem werden die Anschlüsse für Strom, Gas und Internet an ausklappbaren Armen an der Decke angebracht. Zwischen den Sälen entstehen zwei Vorbereitungsräume für Versuche und Gruppenarbeit sowie Büroräume für die Fachlehrer. Da der Spezialausstatter lange Lieferzeiten hat, wird dieser Bereich erst gegen Ende des Jahres fertig. Insgesamt kosten die Maßnahmen 750 000 Euro.

Am Max-Planck-Gymnasium steht eine große Sanierung an

Grundsätzlich werden sich die rund 800 Schüler des Max-Planck-Gymnasiums an Baustellen gewöhnen müssen. Das Gebäude wurde 1970 bezogen und ist merklich in die Jahre gekommen. Die Substanz sei gut, „aber ansonsten steht das volle Paket an. Dach, Technik, der Brandschutz muss nachgerüstet werden“, sagt Finanzbürgermeister Thorsten Englert. Im Herbst soll dem Gemeinderat vorgelegt werden, in wie vielen Abschnitten die Arbeiten erledigt werden können und welche Kosten anfallen. Zu diesen will sich Englert noch nicht äußern, „aber es handelt sich um eine erhebliche Summe.“

Neue Fassade für besseres Klima an der Realschule Schorndorf

Eine solche wird auch in direkter Nachbarschaft verbaut: für gut neun Millionen Euro und über einen Zeitraum von vier Jahren wird die Gottlieb-Daimler-Realschule auf Vordermann gebracht. Der erste von insgesamt drei Gebäudeteilen ist mittlerweile fast fertig. Die vorgehängte Leichtbaufassade wurde rückgebaut und durch eine massive sowie energetisch effiziente Fassade ersetzt. Neue Fensterbänder mit Lüftungsklappen sollen zudem für ein besseres Klima in der Schule sorgen.

Des Weiteren soll die Realschule eine fortschrittliche Medienausstattung in Form interaktiver Tafelsysteme erhalten. „Mit dem zweiten Bauabschnitt werden wir in den nächsten Sommerferien beginnen“ erläutert Thorsten Englert. Weil die Fassade Asbest enthält, soll sie erst dann rückgebaut werden, wenn sich möglichst wenige Menschen in der Schule aufhalten.

Und noch in einer weiteren Schorndorfer Schule sind die Handwerker zugange: Der Brandschutz an der Künkelinschule wird weiter ausgebaut. Unter anderem wurden die Klassenzimmer der Grundschule über Türen miteinander verbunden, um im Fall eines Feuers im Treppenhaus einen zweiten Rettungsweg nutzen zu können. Weitere Brandschutztüren wurden eingebaut, der Flur wird neu gestrichen, der Parkettboden aufbereitet.

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