Nach jahrelangem Hin und Her ist die Interimsschule in Leonberg-Warmbronn bezugsfertig. Schüler ziehen im Juni ein, doch die Planungen für den eigentlichen Schulneubau starten erst.
In dieser Jahreszeit, wenn in der Natur alles blüht, geben die Bäume mit den kleinen Blättchen, die gerade im Wachstum sind, hier noch den Blick frei: auf einen dunklen, aber doch ansehnlichen dreistöckigen Containerbau mit Holzverkleidung am Warmbronner Waldrand entlang der Büsnauer Straße. Das ist die künftige Interims-Grundschule des Leonberger Teilortes, der in den vergangenen Wochen errichtet wurde.
Hier sollen die Schülerinnen und Schüler von Klasse eins bis vier nach den Pfingstferien von Anfang Juni an unterrichtet werden. Aus dem Rathaus kam die Information, dass alles im Zeitplan sei – auch wenn die Arbeiten in den Osterferien ruhten. Nach dem Umzug der Kinder soll die eigentliche Grundschule, die wenige Meter dahinter liegt, abgerissen und neu gebaut werden.
Das Projekt Warmbronner Grundschule hat eine schier endlose Vorgeschichte. Wir schreiben das Jahr 2016: Schon damals war bereits seit gut zehn Jahren daran gearbeitet worden, die Grundschule zur Ganztagsschule auszubauen.
Ein Neubau der Schule sollte eigentlich schon 2018 in Betrieb gehen
Zum Schuljahr 2018/19 hätte das etwa 3,8 Millionen Euro teure Projekt in Betrieb gehen sollen. Das Gebäude aus dem Jahr 1962 mit vier Klassenräumen sollte demnach abgerissen werden, interimsweise hätte es schon damals Ersatzklassenräume in Containern geben sollen. Der Gebäudeteil aus dem Jahr 1977 sollte bestehen bleiben und saniert werden.
2016 stimmte der Ortschaftsrat einstimmig zu – die Sache wurde an die Planer vergeben. Doch dann machten die Warmbronner Räte eine Rolle rückwärts: Sie wollten ihre schöne Schule nun doch erhalten. Sie solle nur saniert und umgebaut werden. Allerdings stimmten ihre Vorstellungen nicht mit denen der Stadt überein. Es folgten erneut hitzige Diskussionen – ohne Ergebnisse.
Dann wird auf einmal der nahe Wald ein großes Problem
Im Herbst 2020 scheiterten alle bisherigen Planungen, weil die Schule zu nah am Wald liegt und neue Vorschriften einen Mindestabstand von 30 Metern verlangten, was aus der Behördenbeteiligung am Bebauungsplanverfahren hervorgegangen war. Zuvor mögliche Ausnahmen gibt es wegen Klimawandel und Sicherheitsrisiken kaum noch. Dadurch verloren die bestehenden Pläne ihre Grundlage, das Projekt musste komplett neu gestartet werden – inklusive neuer Kosten- und Zeitplanung. In der Folge wurden weitere Ideen entwickelt, unter anderem ein größerer Bildungscampus mit zusätzlicher Kita. Auch hier gab und gibt es jedoch noch keine Einigung.
Derweil nimmt die Interimsschule Form an. Die Arbeiten haben im Dezember 2025 begonnen und kosten die Stadt etwa 4,8 Millionen Euro. Bevor die insgesamt 114 Module geliefert wurden, mussten sämtliche Versorgungsleitungen verlegt und Höhenausgleichsplatten positioniert werden. Nun steht das dreigeschossige Gebäude. „In der nächsten Zeit soll das Gerüst entfernt werden“, sagt Leonbergs Pressesprecherin Leila Fendrich. Nach den Osterferien folgt der Innenausbau mit der gesamten Elektrik inklusive der IT-Anschlüsse.
Provisorium in Warmbronn: Das Hort-Gelände wird zum Schulhof
Das Provisorium wird an der Büsnauer Straße neben dem Grundstück des bisherigen Schülerhorts „Baumhaus“ errichtet – hierfür fielen ein Fußweg sowie eine Parkfläche mit 14 Stellplätzen weg. Einen Teil des wabenförmigen Horts haben Mitglieder der Spvgg Warmbronn in Eigenleistung zurückgebaut und neben ihrem Kunstrasenplatz wieder aufgebaut. Das ursprüngliche Hort-Gelände wird zum Schulhof umgebaut.
Während die Schülerinnen und Schüler ab Juni in den Containern unterrichtet werden, soll die neue Grundschule dort entstehen, wo die alte stand – am Schulberg. „Wir sind gerade in der Grundlagenermittlung. Das bedeutet, wir bereiten die Ausschreibung vor, um ein Architekturbüro für den Neubau zu finden. Anschließend kann der Neubau geplant werden“, sagt Leila Fendrich. Die Gesamtzeit für Planung und Bauen soll voraussichtlich fünf Jahre dauern.