Wenn das neue Schuljahr beginnt, heißt es für Autofahrer: Achtung, Kinder im Straßenverkehr! Foto: Shutterstock/Concept Photo

Am Montag beginnt in Baden-Württemberg das neue Schuljahr. Auch in Stuttgart sind Autofahrer dann wieder angehalten, ganz besonders auf Kinder im Straßenverkehr zu achten. Doch was müssen die ABC-Schützen auf dem Schulweg eigentlich beachten? Wir geben hilfreiche Tipps für Eltern und Schüler.

Stuttgart - Lsst Eure Kinder allein zur Schule gehen. Diesen Appell richten Experten zum Schulanfang an die Eltern. Denn viele sogenannte "Helikoptereltern" fahren ihre Kinder trotz kurzer Wege praktisch vors Klassenzimmer. Dies verhindere sowohl die Entwicklung der Selbstständigkeit als auch die Verkehrskompetenz der Schulanfänger, warnen Lehrer, Polizei und Verkehrsexperten.

Siehe auch: Das soll in die Schultüte

Oft ist es das erste Mal, dass die Kleinsten alleine im Straßenverkehr unterwegs sind, daher wird die Polizei zum Schulstart den Verkehr gezielt überwachen. Gleichzeitig sollte der Alleingang mit den Kindern vorher geübt werden.

Um den Schulweg so sicher wie möglich zurückzulegen, sollten Eltern und Kinder ein paar Regeln beachten. Wir geben Tipps für das richtige Verhalten im Straßenverkehr.

Der sicherste Weg zur Schule

In der Schule oder im Rathaus der Heimatgemeinde erhalten Eltern einen Schulwegplan mit von der Polizei empfohlenen Schulwegen. Darin werden Problemstellen und Möglichkeiten zur Umgehung der Gefahrenstellen aufgezeigt. Gerade wenn es morgens noch nicht ganz hell ist, sollten die Kinder helle und reflektierende Kleidung und Ausrüstung tragen, damit Autofahrer sie besser erkennen können.

Den Weg zur Schule trainieren

Um die Schulanfänger auf den Schulweg vorzubereiten, sollten die Eltern den ganzen Weg und besonders die markanten Stellen wie Ampeln, Kreuzungen oder Zebrastreifen mit den Kindern abgehen und ihnen an den ersten Tagen bei Bedarf auch noch mit ein wenig Abstand folgen. Dabei gilt: Nicht der kürzeste, sondern der sicherste Schulweg ist der beste. Eltern können sich zusammentun und ihre Kinder abwechselnd begleiten.

Überqueren der Straße vorher üben

Eltern sollten das Überqueren der Straße mit ihren Kindern üben und zeigen, dass es manchmal ein wenig länger dauern kann, bis ganz sicher ist, dass kein Auto kommt oder bis die Fußgängerampel grün ist. Auch am Zebrastreifen oder an der Ampel ist es wichtig, dass das Kind aufmerksam nach links, nach rechts und wieder nach links schaut.

Richtiges Verhalten am Zebrastreifen

Auch hier gilt natürlich: erst schauen, dann gehen. Ein Blick nach links, ein Blick nach rechts und dann wieder nach links. Um besser von den Autofahrern gesehen zu werden, sollte das Kind eine Hand ausstrecken, bevor es den Zebrastreifen betritt.

Mit dem Fahrrad unterwegs zur Schule

Kindern fehlt ungefähr bis zu einem Alter von acht Jahren das notwendige Gefahrenbewusstsein, weshalb sie vorher nie ohne Begleitung eines Erziehungsberechtigten mit dem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs sein sollten. Ein Kind sollte erst nach dem Ablegen der Radfahrausbildung mit einem verkehrssicher ausgestatteten Rad den Weg zur Schule zurücklegen. Zudem sollten die Kinder nie ohne Fahrradhelm fahren.

Richtiges Verhalten an Bushaltestellen

Wenn der Bus heranfährt, müssen Kinder besonders aufmerksam sein - drängeln, schubsen und raufen ist tabu. Wichtig ist auch, dass die Kinder einen Abstand zum Fahrbahnrand einhalten. Im Bus sollen sich die Kinder möglichst schnell hinsetzen. Nach dem Aussteigen darf die Fahrbahn erst dann überquert werden, wenn der Bus die Haltestelle wieder verlassen hat. Nie vor dem noch stehenden Bus über die Straße gehen!

Auch Autofahrer müssen an Bushaltestellen besonders vorsichtig sein, wenn dort Kinder warten oder ein- und aussteigen. Hier schreibt die Straßenverkehrsordnung langsames und bremsbereites Fahren vor. Beim Einbiegen des Busses in die Haltestelle mit Warnblinklicht darf nicht überholt werden. Wenn der Bus mit Warnblinklicht an der Haltestelle steht, darf maximal mit Schrittgeschwindigkeit (in beiden Fahrtrichtungen) vorbeigefahren werden.

Richtiges Verhalten vor der Schule

Besonders gefährlich ist das Toben auf dem Gehweg oder direkt neben der Fahrbahn. Auch Fahrer von Autos und anderen Fahrzeugen sind hier gefordert und müssen gut aufpassen. Nach Ansicht der Verkehrsexperten der Polizei sind auch erlaubte 30 km/h zu schnell, wenn die Situation plötzlich eine schnelle Reaktion erfordert.

Ein besonderer Hinweis gilt den Fahrern der "Eltern-Taxis": Sie dürfen nicht auf Geh- oder Radwegen parken, Halteverbote sind einzuhalten! Gerade die Eltern sollten bedenken, dass sie beim "wilden" Parken oder Halten vor der Schule die Sicht der Autofahrer auf die Kinder und die Sicht der Kinder auf die fahrenden Autos einschränken.

Das ist bei Fahrten mit dem Auto zu beachten

Kinder sollten immer zur Gehwegseite hin ein- und aussteigen und müssen bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr, wenn sie kleiner als 1,50 Meter sind, immer in einem dem Alter entsprechenden Kindersitz mitfahren.

Eltern unterschätzen oft die Gefahr für Kinder bei einem Unfall. Bei einem Aufprall mit Tempo 50 "wiegt" jeder Insasse kurzzeitig das 30-fache seines Körpergewichts. Ein etwa 30 Kilogramm schweres Kind wird ungesichert zum "Geschoss" von bis zu 900 Kilogramm. Ohne Kindersitz entspricht ein Aufprall mit 50 km/h einem Sturz aus dem dritten Stock auf Beton und ein Aufprall mit 15 km/h kann bereits tödlich sein.

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