Das Königin-Katharina-Stift – mitten in der Innenstadt. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Ist es Panikmache oder eine viel zu späte Reaktion darauf, dass einzelne Schüler des Königin-Katharina-Stifts auf dem Schulweg bedrängt, bedroht, bestohlen werden? Der Fall zieht weitere Kreise – und die Spuren führen bis in den Rems-Murr-Kreis.

Stuttgart - Die Übergriffe auf Schüler eines Stuttgarter Gymnasiums in der Innenstadt ziehen weitere Kreise: Die Spur der ­Täter zieht sich über den Hauptbahnhof hinweg bis in den benachbarten Rems-Murr-Kreis. Nach Informationen unserer Zeitung gehört ein 13-jähriger junger Intensivtäter zum Kreis der Tatverdächtigen.

Der Fall des Königin-Katharina-Stifts in der Nähe von Schlossgarten und Hauptbahnhof erregte Aufsehen, nachdem der Schulleiter in einem Elternbrief verstärkte Sicherheitsmaßnahmen angekündigt hatte. Mehrere Schüler seien von „kriminellen Jugendlichen“ bedrängt, bedroht und bestohlen worden. Unteren Jahrgangsstufen wurde geraten, während der Mittagspause das Schulgelände nicht zu verlassen, Schüler sollten nicht alleine auf dem Schulweg durch den Park unterwegs sein. Dabei ­häufen sich in der Stuttgarter Innenstadt wie auch im Rems-Murr-Kreis die Fälle, in denen jugendliche Täter auch Kinder ins ­Visier nehmen. So wurden in den letzten ­Wochen allein im Schlossgarten und im Bereich des Hauptbahnhofs mindestens sieben Opfer überfallen, die erst elf Jahre alt sind. Sie wurden geschlagen und beraubt.

13-Jähriger mit Komplizen auf Straftaten-Tour

Die Täter sind zumeist selbst strafunmündig. Dazu zählt ein 13-Jähriger, der aus einem Jugendheim in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) mit Komplizen auf Straftaten-Tour gegangen ist – unter anderem auch in Stuttgart. Nach Angaben der Kripo in Waiblingen ist er seit längerer Zeit im Programm Junge Intensivtäter, bei dem Polizei, Jugendamt und Gerichtshilfe zusammenarbeiten.

Landesweit ist die Zahl der Intensivtäter rückläufig. Laut Innenministerium ging die Zahl im Jahr 2014 von 354 auf 336 zurück. Und das, obwohl sich die Zahl der Jugendlichen insgesamt in Baden-Württemberg um 2000 erhöht hat. Die Quote der intensiv ­betreuten bösen Buben sank statistisch von 0,62 auf 0,57 Prozent.

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