Jesús Antonio Martínez Zárate, Desiree Velez Cadillo von „Reciclaje“ und Tom Hauber vom Verein für internationale Jugendarbeit setzen sich für das Nachbarschaftsprojekt ein. Foto: Cedric Rehman

Das Projekt „Nachbarschaft selbst gemacht“ soll laut Wunsch des Bezirksbeirats länger auf dem Schützenplatz bleiben. Hintergrund ist die Unklarheit, wann die Umgestaltung des Platzes beginnt.

S-Mitte - Seit einigen Wochen gibt es auf dem Schützenplatz nun eine bewegliche Bühne für Veranstaltungen und Konzerte. Lavendel und Salbei wachsen in temporären Blumenbeeten. Die erweiterte Nutzungsfläche sollte sich ursprünglich mit dem Sommer im September vom Schützenplatz verabschieden. Nun soll es dem Willen des Bezirksbeirats Mitte zufolge einen Nachschlag für sie bis in den Oktober geben. Das letzte Wort hat in dieser Sache die Verwaltung.

Frank Schweizer vom Anwohnerverein Casa Schützenplatz hatte in den ersten fünf Minuten der Sitzung um eine solche Verlängerung gebeten. Diese Zeit ist bei Bezirksbeiratssitzungen für Anliegen der Bürger reserviert. Anlass seiner Bitte sei die Absage der Verwaltung zu einem anderen Vorhaben des Vereins, erläutert er.

Interimslösung ist vom Tisch

Schweizer berichtete den Bezirksbeiräten von einem Schreiben des Baubürgermeisters Peter Pätzold. Er habe darin erklärt, dass eine Vorwegnahme der mit der Umgestaltung einhergehenden neuen Verkehrsführung durch Pflanzentröge und andere bewegliche Aufbauten nicht gestattet wird. „Die Interimslösung ist für die Stadt vom Tisch. Ich will sie aber nicht vom Tisch nehmen“, meint Schweizer.

Hintergrund ist die Unklarheit, wann die von der Stadt beschlossene Neugestaltung des Schützenplatzes beginnen wird. Zunächst müssen laut Stadt alte Kanalrohre unter dem Platz erneuert werden. Aber auch der Start der Sanierungsarbeiten steht noch nicht fest. Frank Schweizer fürchtet, dass es dem Zweck der Umgestaltung zuwiderliefe, wenn nach dem ursprünglich für September anvisierten Auslaufen des Projekts wieder alles beim Alten wäre. Er glaubt, dass sich viele Autofahrer daran gewöhnt hätten, dass es weniger Parkplätze auf dem Schützenplatz gibt. „Wenn sie wieder für eine Weile Platz zum Parken haben, geht der Ärger wieder los, wenn dann mit der Umgestaltung Parkplätze verschwinden“, meint Schweizer. Anstelle der von der Verwaltung nicht genehmigten Interimslösung soll deshalb die Verlängerung des Projekts „Nachbarschaft selbst gemacht“ etwas Zeit gewinnen, meint er. „Wir können sie nutzen, um im Anwohnerverein zu diskutieren, wie es weitergehen soll“, sagt Schweizer.

Auch die CDU stimmt zu

Die CDU im Bezirksbeirat äußerte in der Vergangenheit Kritik an dem vom Verein Casa Schützenplatz aufgestellten Parklet auf dem Schützenplatz. Der Holzaufbau existiert schon seit einigen Jahren. Er soll den Anwohnern zum Aufenthalt dienen und den Nachbarschaftsgeist fördern. Klaus Wenk etwa, Sprecher der CDU-Fraktion, missfiel das Parklet optisch. Dass nun die erweiterte Nutzungsfläche einen Monat Wochen länger auf dem Schützenplatz bleiben darf, findet er dagegen in Ordnung. Ein Ablehnung des Antrags seitens der CDU wäre lächerlich gewesen, erklärt er. „Es geht nur um vier Wochen und wir betreiben keine Fundamentalopposition“, meint er.

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