Die mutmaßlichen Täter sind in Haft – doch die Ermittlungen gehen weiter (Symbolbild). Foto: dpa/Boris Roessler

Erst am Dienstag hatte die Polizei Fahndungsfotos veröffentlicht – jetzt meldet sie einen Erfolg: Die drei Brüder, die in Waiblingen auf einen Mann geschossen haben sollen, sitzen in Haft. Der vierte hatte sich schon zuvor gestellt.

Waiblingen - Eine aufsehenerregende Fahndung geht zu Ende: Nachdem die Polizei eine Woche lang nach den Männern gesucht hatte, die am 7. Januar in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) auf einen 33-Jährigen geschossen haben sollen, haben sich am Mittwochvormittag auch die verbliebenen drei Brüder gestellt. Dies teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Noch am selben Tag wurden die Männer einem Haftrichter vorgeführt – „jetzt können sie in unterschiedliche Gefängnisse gebracht werden“, so der Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier am Nachmittag. Dieses Vorgehen sei in derartigen Fällen üblich. Vernommen worden seien die Tatverdächtigen noch nicht.

Wer es versuchter Totschlag – oder doch versuchter Mord?

Obwohl die mutmaßlichen Täter hinter Schloss und Riegel sitzen, geht die Arbeit der Ermittler weiter. Denn auch wenn der Haftbefehl gegen die Männer auf Verdacht auf versuchten Totschlag gelautete hatte, kann es sein, dass der Staatsanwalt zu dem Schluss kommt, es habe sich um versuchten Mord gehandelt. „Das kann er aber erst beurteilen, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen“, so Biehlmaier.

Im Waiblinger Industriegebiet Eisental war am 7. Januar ein 33 Jahre alter Mann angeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Bei dem Opfer handelt es sich um den Chef einer dortigen Autowerkstatt. Zeugen zufolge hatte es auf seinem Firmengelände zunächst einen lautstarken Streit gegeben. Dann seien Schüsse gefallen; vier Männer fuhren mit einem Auto davon. In einer Halle wurde der 33-Jährige gefunden – von mehreren Kugeln, unter anderem im Kopf, lebensgefährlich verletzt.

Kann das Opfer je von der Polizei vernommen werden?

Das 33 Jahre alte Opfer befindet sich nach wie vor im Krankenhaus. Wann er jemals von der Polizei vernommen werden kann, steht angesichts der Schwere seiner Verletzungen noch in den Sternen. Weshalb es zwischen ihm und den Tätern zum Streit kam, ist derzeit „Gegenstand der Ermittlungen“, so der Sprecher.

Die Polizei ermittelte mit der Sonderkommission (Soko) Eisental, der im Durchschnitt 50, teilweise sogar noch mehr Ermittler angehörten. Als in der vergangenen Woche Beamte eines Spezialeinsatzkommandos drei Gebäude in Stuttgart-Wangen, Korb und Waiblingen durchsucht hatten, waren sie jedoch nicht fündig geworden.

Auch die Familie des Opfers soll versucht haben, die Täter zu finden

Bereits am vergangenen Samstag hatte sich der erste der vier Gesuchten, ein 27-Jähriger, der Polizei gestellt. Laut Angaben der Ermittler hat der Mann, der zusammen mit seinem Anwalt auf einem Revier erschien und seitdem in U-Haft sitzt, von seinem Recht Gebrauch gemacht, die Aussage zu verweigern.

Am Dienstag hatte die Polizei dann Fahndungsfotos der drei übrigen Tatverdächtigen und ihrem mutmaßlichen Fluchtauto veröffentlicht. Laut Informationen unserer Zeitung soll auch die Familie des Opfers versucht haben, die Männer zu finden. Ob dies ebenfalls dazu beigetragen hat, dass sich die Brüder der Polizei stellten, ist nicht bekannt.

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