Falsche oder ungeprüfte Nachrichten verbreiten sich rasend schnell über soziale Medien wie Facebook und Twitter. Foto: dpa/Tobias Hase

Unsere Zeitung engagiert sich für die Medienbildung von Schülern. Redakteure erklären, was seriöse Nachrichten sind.

Stuttgart - Noch vor der Ausbreitung des Coronavirus über die ganze Welt warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits vor einer seuchenartigen Verbreitung von Falschnachrichten, einer „Infodemie“. Falschmeldungen verbreiteten sich schneller als das Virus und seien genauso gefährlich, sagte im Februar 2020 der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Mit der Einschätzung liegt er, das lässt sich mehr als ein Jahr später sagen, nicht falsch.

Reale Gefahr

Und dass von Falschnachrichten auch eine reale politische Gefahr ausgehen kann, dafür lieferte auch der Sturm auf den US-Kongress in Washington Anfang Januar ein warnendes Beispiel: Mit der Lüge vom gestohlenen Wahlsieg stachelte der abgewählte US-Präsident Donald Trump rechtsextreme Anhänger dazu auf, den Kongress zu attackieren. Da fand ein Sprung statt vom Verschwörungsdenken hin zu realer Gewalt mit fünf Toten.

Nur einfache Digitalkenntnisse

Gerade jüngeren Mediennutzern fehlen oftmals die Kenntnisse und Fähigkeiten, zu unterscheiden, was Qualitätsjournalismus von Halbwahrheiten oder Falschmeldungen, Fake-News, unterscheidet.

Laut der internationalen Vergleichsstudie ICLIS (International Computer an Information Literacy Study), einer Art Pisa-Studie für digitale und Medienkompetenzen aus dem Jahr 2019, schneiden deutsche Schüler maximal mittelmäßig ab. Nur ein geringer Anteil der Jugendlichen erreicht demnach die Leistungsspitze. Ein Drittel verfügt lediglich über ganz einfache Kenntnisse. Diese Schüler könnten, so befürchten Experten, gesellschaftlich leicht Opfer von Desinformation und Stimmenfang werden.

Dialog über Fake-News

Deshalb veranstalten unsere Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Antenne 1 gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) und weiteren Projektpartnern die Schülermedientage 2021 in der Region Stuttgart. Im vergangenen Jahr coronabedingt noch ausgefallen, bieten Medienprofis vom 3. Mai, dem internationalen Tag der Pressefreiheit, bis zum 7. Mai in digitalen Workshops Schulklassen Einblicke in ihre Arbeitsweise und möchten mit den jungen Leuten ins Gespräch über Fake News kommen: Warum verbreiten sie sich so leicht? Wie kann man sie erkennen, und was lässt sich dagegen unternehmen?

Wichtig für Demokratie

Mit der Landeszentrale für politische Bildung haben Stuttgarter Nachrichten und Stuttgarter Zeitung eine starke Partnerin an ihrer Seite, die in Sachen Demokratiebildung und Didaktik über viel Erfahrung verfügt.

Thomas Franke, der Leiter der neuen LpB-Außenstelle in Ludwigsburg, sagt: „Die Informationsflut heutzutage ist riesig, die Schülerinnen und Schüler sind alle in den sozialen Medien unterwegs und werden mit vielen Fake-News konfrontiert. Bei den Schülermedientagen werden sie für dieses Thema sensibilisiert und erfahren, was Qualitätsjournalismus ist.“ Ein wichtiges Ziel sei es, das Bewusstsein der Schüler beim Medienkonsum zu schärfen, um ihre Medien- und Kommunikationskompetenz zu fördern.

Ansprechpartner :

Michael Weißenborn (StN),

0711/7205-1281,

michael.weissenborn@stzn.de

Bettina Hartmann (StZ), 0711/7205-1305,

bettina.hartmann@stzn.de

Thomas Franke (LpB), 0711/164099-83,

thomas.franke@lpb.bwl.de

Anmeldung zu den Schülermedientagen

unter www.lpb-bw.de/schuelermedientage.

Anmeldeschluss ist der 16. April 2021

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