Der Kölner Autor Dogan Akhanli wurde am vergangenen Samstag während seines Spanienurlaubs festgenommen. Foto: AP

Eine klarere Position gegenüber der Türkei, das wünscht sich der in Spanien festsitzende Kölner Autor Dogan Akhanli. Und er war überrascht, dass Spanien dem Ersuchen der Türkei, ihn festzunehmen, so schnell nachgekommen sei.

Madrid - Der in Spanien festsitzende Kölner Autor Dogan Akhanli wünscht sich von Europa eine klarere Position gegenüber der Türkei. „Europa sollte daran denken, wie es die demokratischen Kräfte in der Türkei unterstützen kann. Deutschland war in seiner Antwort an Ankara lange Zeit zu zurückhaltend“, sagte Akhanli der spanischen Zeitung „El País“ (Samstag). Gleichzeitig betonte der 60-Jährige, er sei überrascht gewesen, dass Spanien dem Ersuchen der Türkei, ihn festzunehmen, so schnell nachgekommen sei, „als handele es sich dabei um eine Demokratie“.

Akhanli war am vergangenen Samstag während eines Spanienurlaubs auf Betreiben der Türkei vorübergehend inhaftiert worden. Spanien setzte den in der Osttürkei geborenen Schriftsteller aber nach einem Tag wieder auf freien Fuß - allerdings nur unter Auflagen. So darf er das Land bis auf Weiteres nicht verlassen.

„Es ist eine Katastrophe, dass ein europäischer Bürger sich nicht frei bewegen darf“, erklärte Akhanli. „Das einzige Land, in dem ich sicher bin, ist Deutschland.“ Der romantische Urlaub, den er mit seiner Frau in Spanien verbringen wollte, habe sich in „Horror“ verwandelt. „Man kann sich nicht vorstellen, dass solche Dinge in Europa passieren. Ich bin kein ängstlicher Mensch, aber in der Zelle wurde mir schwindelig - es war schrecklich.“

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