Ein Stück Natur mitten in der Stadt: Schrebergärten erleben in der Region Stuttgart seit Jahren einen Boom. Die kleinen Parzellen bieten Erholung, frisches Obst und Gemüse sowie Gemeinschaft.
Ein Schrebergarten kann ein toller Zufluchtsort aus dem Stadttrubel sein. Gerade in Großstädten haben die wenigsten Menschen einen eigenen Garten – dabei ist die Nähe zur Natur so wertvoll. Wer trotz Wohnung im Obergeschoss gerne gärtnern würde, findet in Schrebergartensiedlungen die optimale Lösung.
Urbanes Gärtnern mit Tradition
Schrebergärten gehören seit Jahrzehnten zum Stadtbild vieler deutscher Städte. Auch in der Region Stuttgart sind die grünen Parzellen sehr gefragt. Zwischen Wohngebieten, an Stadträndern oder in Hanglagen entstehen kleine Gartenkolonien, in denen Obst, Gemüse und Blumen angebaut werden. Gleichzeitig dienen sie vielen Pächterinnen und Pächtern als Rückzugsort vom urbanen Alltag.
Organisiert sind die meisten Anlagen über Kleingartenvereine, die wiederum Teil des Landesverband der Gartenfreunde Baden‑Württemberg sind. Grundlage bildet das Bundeskleingartengesetz, das Größe, Nutzung und Bebauung der Parzellen regelt. Alle weiteren Reglungen treffen die Vereine für sich.
Wie bekommt man einen Schrebergarten?
In der Region Stuttgart erfolgt die Vergabe meist über örtliche Kleingartenvereine. Interessierte lassen sich dort auf Wartelisten setzen. Aufgrund der hohen Nachfrage kann die Wartezeit mehrere Monate oder sogar Jahre betragen.
Typischer Ablauf:
- Kontaktaufnahme mit einem lokalen Kleingartenverein
- Mitglied werden (nur, wer Mitglied ist, kann einen Garten mieten)
- Über freie Gärten informieren
- Auf Warteliste eintragen lassen
- Besichtigung der Parzelle
- Abschließung des Pachtvertrags und Ablöse
Die meisten Vereine verlangen außerdem die Mitgliedschaft im Verein, wodurch gemeinschaftliche Arbeitseinsätze und Vereinsaktivitäten zum Kleingartenleben gehören.
Was kostet ein Schrebergarten?
Die Kosten für einen Kleingarten setzen sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:
Einmalige Kosten
Ablöse für vorhandene Gartenlaube, Pflanzen oder Ausstattung (meist zwischen 300 und 3000 Euro)
Laufende Kosten
- Pachtzins: meist etwa 25 Euro pro Jahr
- Mitgliedsbeitrag: etwa 50 Euro pro Jahr
- Nebenkosten: für Wasser, Strom und Versicherung (Einbruch, Diebstahl, Feuer)
Die Größe der Parzellen liegt häufig zwischen 200 und 400 Quadratmetern.
Vorteile eines Kleingartens
Schrebergärten erfüllen für viele Menschen mehrere Funktionen gleichzeitig.
Erholung:
Ein eigener Garten bietet Ruhe und Natur – oft nur wenige Minuten von der Wohnung entfernt.
Selbstversorgung:
Viele Pächter bauen Obst, Gemüse und Kräuter an.
Gemeinschaft:
Vereinsleben, Nachbarschaft und gemeinsame Projekte prägen viele Anlagen.
Natur und Umwelt:
Kleingärten schaffen Grünflächen, fördern Biodiversität und verbessern das Stadtklima.
Nachteile und Herausforderungen
Trotz vieler Vorteile bringt ein Kleingarten auch Verpflichtungen mit sich.
Zeitaufwand:
Pflege, Anbau und Gemeinschaftsarbeit erfordern regelmäßige Arbeit.
Regeln:
Das Bundeskleingartengesetz schreibt vor, dass ein Teil der Fläche für den Anbau von Nutzpflanzen verwendet werden muss. Auch Größe und Ausstattung der Gartenlauben sind streng geregelt. Außerdem gibt es bestimmte Verhaltensregeln, die sich von Verein zu Verein unterscheiden können.
Wartezeiten:
In beliebten Anlagen der Region Stuttgart sind freie Parzellen rar. Wartezeiten variieren je nach Andrang, es ist aber meist mindestens mit einigen Monaten Wartezeit zu rechnen.
Wo gibt es Schrebergärten in Stuttgart?
Kleingartenanlagen finden sich zum Beispiel in Möhringen, Kaltental, Feuerbach und Bad Cannstatt. Insgesamt gibt es direkt in Stuttgart mehr als zehn Kleingartenvereine mit mehreren hundert Parzellen. Es lohnt sich allerdings auch, in den umliegenden Orten und Gemeinden zu suchen.
Schrebergärten gelten heute als begehrte Freizeitorte – besonders in dicht besiedelten Regionen. In der Region Stuttgart verbinden sie Naturerlebnis, Selbstversorgung und Gemeinschaft. Wer eine Parzelle ergattert, erhält nicht nur ein Stück Grün, sondern auch Zugang zu einer traditionsreichen Gartenkultur.