Die Polizei Osthessen vermeldet die Festnahme des mutmaßlichen Täters. Foto: dpa

Die Polizei hat den Mann festgenommen, der den Sohn des Schrauben-Unternehmers Würth entführt haben soll. Der 48-Jährige will sich jedoch nicht zu dem Vorwurf äußern.

Fulda - Der mutmaßliche Entführer von Milliardärssohn Markus Würth schweigt zum Tatvorwurf. Der 48-Jährige habe sich nach seiner Festnahme wortreich eingelassen, aber nicht zur Entführung geäußert, sagte Daniel Muth von der Kriminaldirektion Osthessen am Donnerstag in Fulda.

Eine Zeugin hatte die Polizei auf die Spur des Mannes gebracht. Sie hatte die Stimme des Tatverdächtigen wiedererkannt und die Ermittler im Januar 2018 gut zweieinhalb Jahre nach der Tat informiert. Die Polizei hatte zur Fahndung den Mitschnitt eines Anrufs des Lösegeld-Erpressers genutzt.

Spezialeinheiten nahmen den Mann fest

Der 48-Jährige sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts des erpresserischen Menschenraubes. Spezialeinheiten der Polizei hatten ihn am Morgen in seiner Wohnung in Offenbach festgenommen. Der mutmaßliche Kidnapper stammt aus Serbien. „Er hat zehn Stunden dauergequatscht“, sagt Kriminaloberrat Muth nach der ersten Vernehmung des Verdächtigen.

Sohn wurde im Wald an Baum gekettet

Der Mann soll im Juni 2015 den behinderten Sohn des Schrauben-Milliardärs Reinhold Würth im osthessischen Schlitz entführt haben. Der damals 50-Jährige lebte in einer integrativen Wohngemeinschaft im osthessischen Schlitz. Einen Tag später wurde der Würth-Sohn in einem Wald bei Würzburg an einen Baum gekettet gefunden. Er überstand die Entführung unversehrt, zu einer Lösegeld-Übergabe war es nicht gekommen.

Der 82 Jahre alte Würth stammt aus Öhringen (Kreis Heilbronn). Die Würth-Gruppe hat ihren Sitz in Künzelsau im Hohenlohekreis. Die Familie äußerte sich auf Anfrage nicht zu der Festnahme.

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