Nico Burkhardt wird Patron im Pfauen – unter neuen Eigentümern. Foto: Gottfried Stoppel

Gerhard Feig hat das Traditionsgebäude in der Höllgasse an die Fellbacher Wohninvest-Gruppe verkauft. Der designierte neue Pächter und Sternekoch bleibt erhalten.

Schorndorf - Zum 1. September übernimmt der Sternekoch Nico Burkhardt – bisher im Restaurant Olivio im Steigenberger Hotel Graf Zeppelin in Stuttgart aktiv – die kulinarische Herrschaft im Schorndorfer Pfauen. Mitte Oktober soll das Gourmet-Restaurant unter der neuen Regie wiedereröffnet werden. Das war bekannt, einigermaßen überraschend allerdings ist, dass er dies unter einem neuen Eigentümer des vor einigen Jahren aufwändig sanierten, rund 400 Jahre alten Gebäudes mitten in der Schorndorfer Altstadt tut, das einst Gottlieb Daimlers Großvater gehört hat. Gerald Feig, Flex-Fond-Geschäftsführer und treibende Kraft bei der einstigen Neuinszenierung des historischen Fachwerkbaus in der Höllgasse, hat nun bestätigt, dass der Pfauen an die Fellbacher Wohninvest- Gruppe verkauft worden ist.

Seit März sind die Restaurant-Pforten geschlossen

Die Nachricht ist in diesem Jahr quasi schon der zweite Paukenschlag im Zusammenhang mit dem Gastrobetrieb mit gehobenen Ansprüchen direkt neben Daimlers Geburtshaus. Just im März hatte dort das Pächterehepaar Alexander und Michelle Dohnt die vorübergehende Schließung bekannt gegeben. Vor allem familiäre Gründe, nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit der ebenfalls von ihnen bewirtschafteten Skybar im Postturm, waren damals als Grund für die überraschende Restaurantschließung angeführt worden.

Eigene Trennungsgelüste von dem mit viel Aufwand herausgeputzten gastronomischen Schmuckstückle hatte der Eigentümer Gerald Feig trotz des dritten Pächterwechsels seit 2009 weit von sich gewiesen. Im Gegenteil: der Ankündigung, dass es schon direkt nach dem Aus von Dohnt hochkarätige Interessenten für die Fortsetzung der Gastrotradition in der Höllgasse gebe, folgte Anfang Mai die Kunde, dass der Sternekoch Nico Burkhardt (34), Aufsteiger des Jahres im Schlemmeratlas 2017, im Herbst Zepter und Kochlöffel im Pfauen übernehmen soll.

Daran wird sich nach Angaben aller Beteiligten auch unter den neuen Eigentümern nichts ändern. Diese und der künftige Patron gelten schließlich als gut miteinander vernetzt – ihr Engagement in Schorndorf ist quasi nur im Gesamtpaket denkbar gewesen. Dazu kam offenbar ein recht ansehnliches Angebot für das Gebäude, in das Gerald Feig 2009 rund 1,7 Millionen Euro investiert hatte. Burkhardt sei unter den fünf hochkarätigen Interessenten für den Betrieb des Pfauen sein absoluter Favorit gewesen, sagt Gerald Feig. Bei den Gesprächen und Besichtigungen habe sich dann herausgestellt, dass es im Umfeld des Spitzenkochs Investoren gibt, die sich eine Übernahme vorstellen konnten. Angesichts dieser für den Pfauen vorteilversprechenden Konstellation habe er „einfach aus der Hüfte“ einen Betrag aufgerufen, der sofort akzeptiert worden sei. „Zwei Wochen später waren wir beim Notar.“

Neuer Eigentümer ist auch andernorts in der Gastroszene engagiert

Die enge Verbindung, so betonen denn auch die neuen Eigentümer, schlössen irgendwelche Wechsel aus und setzten darauf dass man mit Burkhardt einen hervorragenden Koch in Schorndorf starten lasse, der die Daimlerstadt kulinarisch voran bringen dürfte. Mit der Alpenland-Grundstücksgesellschaft ist die Wohninvestgruppe bereits an verschiedenen Gastronomie- und Hotelbetrieben beteiligt – dazu gehören unter anderem das Schorndorfer Hotel an der Stadtmauer oder das Hotel Koch in Waiblingen.

Er freue sich darauf, im Herbst entspannt als Gast im Pfauen zu sitzen, sagt derweil der Ex-Eigentümer Feig. Was den Verkauf angehe, gebe es keinerlei Reue. „Das Haus ist in guten Händen.“ Das Fachwerk-Juwel in der Höllgasse habe er immer als Liebhaberstück gesehen – „es ist wichtig, dass es in seiner Wertigkeit Bestand hat.“ Und der Dreh- und Angelpunkt sei einfach der Pächter. „Der Pfauen hat schon immer das Potenzial gehabt. Was gefehlt hat, war die Leidenschaft.“ Und die sei bei Nico Burkhardt offensichtlich vorhanden, der habe sich regelrecht in das Objekt verliebt. Feig: „Ich spüre eindeutig, das ist der richtige Mann am richtigen Fleck.“

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