Paradestück im Naturschutzzentrum: der große Saal mit dem Albtraufmodell Foto: Horst Rudel

Das Schopflocher Naturschutzzentrum feiert sein 20-jähriges Bestehen. Dies prägt auch das gesamte Jahresprogramm. Ein Höhepunkt ist die Fledermausnacht.

Schopfloch - Auf den ersten Blick entspricht der neue Veranstaltungsfahrplan des Schopflocher Naturschutzzentrums (NAZ) dem bewährten Muster der Vorjahre: übersichtlich geordnet und begleitet von Appetit machenden Fotos sind in der handlichen Broschüre rund 150 Veranstaltungen aufgelistet. Doch schon beim groben Durchblättern schält sich ein wichtiges Datum heraus – als gemeinsames Stiftungskind von Land und Landkreis feiert das NAZ im laufenden Jahr seinen 20. Geburtstag. Und so ziehen sich wie ein roter Faden auch diverse Jubiläumsveranstaltungen durch das Jahresgeschehen.

Als sei es ein optisches Glückwunschbukett begrüßen neun Fotografen aus der Region das Geburtstagskind mit Bildern, die gemäß Vorgabe die „Schopflocher Alb – einmal anders“ zeigen sollen. Da dürfen dann die Blümlein entgegen aller gut schwäbischen Konventionen ruhig einmal in den Gurkengläsern erblühen, es darf sich der Mähbalken wie eine Skulptur gegen den glühenden Abendhimmel stemmen, oder das Wolkenspiel kann im milchigen Himmelsblau buchstäblich „versaufen“. Die Bilderschau eröffnet am 20. März und ist bis zum 16. Mai zu sehen.

5650 Veranstaltungen hat das Zentrum angeboten

Bei der Vorstellung des Jahresprogramms vor der Presse charakterisierte die Esslinger Landratsstellvertreterin Marion Leuze-Mohr das Zentrum als „Informations- und Begegnungsstätte“, wobei es besonders wichtig sei, dass gerade im elektronischen Zeitalter Kinder und Jugendliche an die Natur herangeführt würden. Und so konnten sowohl Leuze-Mohr, als auch der NAZ-Geschäftsführer Wolfgang Wohnhas mit Stolz darauf verweisen, dass unter den 403 050 Besuchern und Teilnehmern der vergangenen zwei Jahrzehnte knapp 51 000 Kinder und Jugendliche waren. Zu den 5650 Einzelveranstaltungen sind laut der Bilanz 2230 naturpädagogische Angebote für Schulklassen und junge Menschen gekommen, zudem wurden 1850 Führungen in Naturschutzgebiete angeboten. Das seit 2004 praktizierte „Junior Ranger Projekt“ haben bis dato 87 Jugendliche absolviert.

Als „kleines Jubiläum“ wertet Marion Leuze-Mohr die vor fünf Jahren abgeschlossene Erweiterung des Zentrums, dessen energetische und ökologische Ertüchtigung sowie die Modernisierung des Informationssystems für summa summarum 1,8 Millionen Euro. Dadurch, so hieß es, sei die jährliche Besucherzahl von 15 000 auf durchschnittlich 25 000 hochgeschnellt. Das NAZ fungiert mittlerweile als Nordportal zum Biosphärengebiet und ist Partner des UNESCO-Geoparks.

Fledermausnacht und Schatten am Nachthimmel

Ein Themenschwerpunkt des Jubiläumssonntags am 3. Juli gilt dem 2011 von Landrat Heinz Eininger initiierten Projekt „Elektromobilität“. Unter dieser Überschrift steht im Zentrum eine Ausleihflotte von acht Pedelecs zur Verfügung, am Jubiläumssonntag selbst wird eventuell auch die Firma Daimler-Benz Elektrotestfahrzeuge präsentieren. Freilich soll auch der Luftverkehr nicht zu kurz kommen. „Einen Knüller“ verspricht sich Wolfgang Wohnhas von einer für die am 15. Juli anberaumte Fledermausnacht mit Tübinger Experten. Passend dazu ist im Herbst eine Sonderausstellung den Schatten am Nachthimmel gewidmet.

Zu den weiteren Höhepunkten des Jahres rechnen die Veranstalter unter anderem die Aktionen zum Thema Blühender Landkreis, bei denen Privatleute und Kommunen davon überzeugt werden sollen, den Bienen und Insekten zuliebe heimische Blumen und Gewächse in Gärten und Grünanlagen anzupflanzen. Und natürlich dürfen auch 2016 Klassiker wie der Bauernmarkt (18.9.) und der Mitmachsonntag (6.11.) nicht fehlen.

Mit dabei beim Ausblick auf das laufende Jahr waren auch die Landschaftsführer und passionierte Fotografen Reiner Enkelmann und Dieter Ruoff. Enkelmann, zugleich Sprecher von 25 Ehrenamtlichen, unterstrich die Bedeutung der Volunteers für Umwelterziehung und Naturpädagogik, außerdem würden die unterschiedlichen beruflichen Voraussetzungen der freiwilligen Helfer zu einem fruchtbaren Meinungs- und Interessenaustausch führen.

Streng genommen könnte das Haus auf der Alb 2016 sein 30-jähriges Jubiläum feiern und zudem landesweit eine Pionierrolle für sich reklamieren. Denn bereits 1986 hatte der Kreis, damals noch unter Landrat Hans-Peter Braun, Gebäude und Areal des einstigen Steinbruchbetriebs Lauster erworben. Nach einem entsprechendem Umbau wurde das Zentrum bis 1994 in Kreisregie geführt, im gleichen Jahr fanden Land und Landkreis zur Stiftung zusammen. Zwei Jahre später begann die heutige Ära.

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