Zwei, die sich verstehen: Jesus Christus umarmt Donald Trump. Dieses Bild teilte der US-Präsident auf Truth Social. Foto: picture alliance/dpa/ROPI/Truth Social

Der US-Präsident greift den Papst an und tritt in den sozialen Netzwerken als Messias auf. Von der Kritik gibt sich Trump unberührt und provoziert mit einem neuen Jesus-Post.

„Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“, dichtete Friedrich Schiller im „Wilhelm Tell“.

 

So wie der eidgenössische Nationalheld muss sich derzeit wohl auch Donald Trump fühlen. Da will er nur inbrünstig und dem biblischem Heiland ganz nah sein und schon hagelt es Kritik aus dem Vatikan und anderen christlichen Lagern. Was ist geschehen.

Nach der massiven Kritik an Donald Trump für seine Darstellung als Jesus in den sozialen Medien am 13. April hat der US-Präsident nun nachgelegt. Auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte er ein von einem anderen Internet-Nutzer generiertes Bild, das ihn diesmal Seite an Seite mit Jesus Christus zeigt, der ihn umarmt. „Die wahnsinnige, radikale Linke dürfte das nicht mögen, aber ich finde das recht nett“, schreibt Trump. Gott spiele seine „Trump Card“ aus.

In weiteren, in kurzem Abstand nacheinander veröffentlichten Posts schrieb er, Chinas Präsident Xi Jinping werde sich bei ihm mit einer Umarmung für die Öffnung der Straße von Hormus bedanken, und teilte einen kritischen Artikel über die Verteidigungspolitik des britischen Premierministers Keir Starmer.

Trumps Mix: Jesus, Xi, Obama, Starmer, Geheimdienste

Außerdem ärgerte er sich darüber, dass der frühere US-Präsident Barack Obama auf Titelseiten von Zeitschriften mit Heiligenschein dargestellt worden sei, ohne dass es eine Welle der Empörung gegeben habe.

Abgerundet wurde der Reigen der Posts von einer länglichen Ausführung über die anstehende Verlängerung eines Gesetzes zu den Befugnissen der Geheimdienste im US-Repräsentantenhaus.

Spott für „Trump, den „Arzt“: Die besten Ki-Trump-Jesus-Memes

Zuletzt hatte es harsche Kritik an Trump für sein Selbstbildnis als Jesus gegeben. Am Sonntagabend war auf Trumps Profil auf der Plattform Truth Social ein Bild veröffentlicht worden, das ihn als Jesus zeigt.

Kurz nach einem Disput mit Papst Leo XIV. Darauf war der US-Präsident zu sehen, wie er einem liegenden Mann die Hand auflegt. Um Trump herum blicken unter anderem ein Soldat und eine Krankenschwester zu ihm auf.

Auch die US-Flagge, die Freiheitsstatue und ein Adler als Wappentier der Vereinigten Staaten sind zu sehen. Mittlerweile ist der entsprechende Beitrag samt Bild gelöscht. Trump erklärte später, seiner Meinung nach sei er in dem Bild als „Arzt“ zu sehen gewesen.

Ach ja, noch mal zurück zur Ausgangsfrage, ob Donald Trump auf seine alten Tage doch noch fromm wird. Das Wörterbuch der Brüder Grimm definiert "fromm" als "von einer religiösen Überzeugung durchdrungen, gottergeben, sanftmütig". Diese Eigenschaften darf man Trump wohl absprechen. Wohl eher trifft zu, was die Brüder Grimm über  "Narziss" schreiben: "Jemand, der krankhaft in sich selbst verliebt ist."