Nach der Nuss-Klasse, die es seit 2016 gibt, führt Ritter Sport nun auch die Kakao-Klasse ein. Foto: Ritter Sport

Der Schokoladenhersteller steigert den Umsatz leicht und baut seinen Marktanteil aus. Das Familienunternehmen verarbeitet seit vergangenem Jahr ausschließlich Kakao aus nachhaltigem Anbau – doch das hat seinen Preis.

Stuttgart - Dauerhitze im Sommer mag zwar die Hersteller von Eiscreme und Spirituosen freuen, für die Schokoladenmacher können die sonnigen Monate allerdings zur Leidenszeit werden. Denn Winterzeit ist Schokoladenzeit. So auch bei Ritter Sport: Die ungewöhnlich lange Hitzeperiode im Sommer habe den Absatz „spürbar beeinträchtigt“, teilt das Familienunternehmen kurz vor dem Start der Internationalen Süßwarenmesse in Köln (27. bis 30. Januar) mit.

Vor allem das weiterhin gute Auslandsgeschäft sorgte aber dafür, dass am Ende dennoch ein leichtes Umsatzplus zu Buche schlug. Der Gesamtumsatz von Ritter Sport im Geschäftsjahr 2018 betrug rund 489 Millionen, ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ertragslage bezeichnet das Unternehmen als zufriedenstellend.

Auf den Export der quadratischen Schokoladentafeln entfallen mittlerweile 42 Prozent des Umsatzes. „Alle europäischen Auslandsniederlassungen, inklusive Russland, konnten Marktanteile hinzugewinnen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Doch auch in Deutschland gelang es dem Mittelständler aus Waldenbuch im Landkreis Böblingen, seinen Marktanteil im vergangenen Jahr zu steigern, wertmäßig um 0,1 auf 22 Prozent, mengenmäßig um 1,3 auf 21,9 Prozent.

Neue Sorten mit Kakao aus nur einem Herkunftsland

Mit neuer Markenstrategie rückt der Schokoladenhersteller das Thema Kakao in den Fokus. So sollen Ende Februar die ersten drei Single-Origin-Sorten (deutsch: pro Sorte eine Herkunft) zum Preis von je 1,39 Euro (UVP) in den Handel kommen. Der Kakao für die Tafeln stammt jeweils aus einem bestimmten Ursprungsland: aus Nicaragua, Ghana oder Peru. Mit nur drei Zutaten – Kakao, Zucker und in einem Fall Milch – seien die Rezepturen „auf das Wesentliche reduziert“, erklärt Firmenchef Andreas Ronken: „Mit unserer neuen Kakaoklasse wollen wir das Bewusstsein für diesen natürlichen Rohstoff und seine geschmackliche Vielfalt fördern.“

Ritter Sport bezieht nach eigenen Angaben seit Anfang 2018 als erster und bislang einziger großer Tafelschokoladenhersteller für sein gesamtes Sortiment ausschließlich zertifiziert nachhaltigen Kakao, zu 90 Prozent nach UTZ und zu zehn Prozent nach Fairtrade zertifiziert. Rund elf Millionen Euro investiert das Unternehmen jährlich in den nachhaltigen Kakaobezug.

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