Im Schönbuch ist der eingewanderte Signalkrebs eine Gefahr. Krebssperren sollen die heimische Art schützen. Waldbesuchern kommt eine besondere Verantwortung zu.
Aus dem Schönbuch kommt eine gute und eine schlechte Nachricht: Laut einer Mitteilung des Landratsamts Böblingen lebten im Gewässersystem des Waldgebiets bis vor kurzem noch schätzungsweise 10 000 Steinkrebse. Diese erfreuliche Nachricht wird allerdings getrübt. Denn eingeschleppte, nicht einheimische Krebsarten wie beispielsweise die Signalkrebse übertragen eine für heimische Arten tödliche Krankheit, die Krebspest, und bedrohen damit die Steinkrebspopulation.
Krebssperren zum Schutz der heimischen Art
Um die in Deutschland als stark gefährdet eingestuften Steinkrebse zu schützen, werden im Schönbuch in noch vorhandenen ungestörten Bachabschnitten Krebssperren eingebaut. Das sind künstliche Abstürze aus Beton oder Edelstahl, damit die Eindringlinge unter den Flusskrebsarten keinen Halt finden und nicht gewässeraufwärts wandern können. Oberhalb lebende Steinkrebse bleiben so geschützt, erklärt Martin Wuttke, Dezernent für Umwelt und Klima im Landratsamt Böblingen. Das Artenschutzprojekt wird mit Geldern der Stiftung Naturschutzfonds finanziert.
Allerdings bestimmten Waldbesucher maßgeblich mit, ob die Maßnahmen am Ende erfolgreich sein können. Laut dem Projektkoordinator Ralf Wegerer wurden offenkundig Signalkrebse von Menschenhand ausgesetzt. „Die Steinkrebse, die sich zwischen der neuen und alten Signalkrebspopulation befinden, sind damit nicht mehr zu retten“, sagt Wegerer.
Dringender Appell an Waldbesucher
Es ergeht deshalb der dringende Appell, nirgends Krebse zu berühren, anderweitig wieder auszusetzen, oder auch Krebse aus heimischen Aquarien einfach irgendwo auszuwildern. Auch sollten Menschen und Hunde möglichst nicht in die Bäche steigen, da die Krankheitserreger über nasses Fell oder Stiefel von einem Gewässer zum anderen verschleppt werden können.