Von der Industriebrache zum Wohnquartier: An der Ringstraße in Schönaich entstehen bis in zwei Jahren 71 neue Wohneinheiten.
In der Ringstraße in Schönaich tut sich mittlerweile ein großes Loch auf. Seit vier Wochen wird dort gebaggert, denn dort entsteht das Quartier „Seebachgärten“.
Auf dem 5200 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Dammweg und Ringstraße werden 47 Eigentumswohnungen, sieben Reihenhäuser sowie ein weiteres Gebäude mit 17 Mietwohnungen gebaut. Letztere bleiben im Besitz der Böblinger Baugesellschaft, die das Projekt umsetzt. Laut der BBG werden die Eigentumswohnungen zwischen 44 und 110 Quadratmetern groß sein, die Reihenhäuser werden eine Fläche von 125 Quadratmetern haben. Beheizt werden die Wohneinheiten über Luft-Wasser-Wärmepumpen mit PV-Anlagen und Begrünung auf den Dächern.
Nähe zur Natur
„Wir freuen uns, in Schönaich aktiv zu sein“, sagte Geschäftsführer Rainer Ganske bei der Grundsteinlegung am Donnerstag. Mit Überzeugung habe die BBG sich für diesen Standort entschieden. Die ehemalige Industriebrache, auf der früher die Maschinenfabrik des Unternehmers Karl Tränklein stand, liege zentral mit Nähe zur Natur.
Mitten auf dem Grundstück wird es laut den Planungen einen autofreien Innenbereich mit Spielplatz geben. Auf dem Areal können die Bewohnerinnen und Bewohner außerdem insgesamt 142 Fahrradstellplätze nutzen. Für Autos steht die Tiefgarage mit 73 Parkplätzen zur Verfügung. Bis 2028 soll das Bauprojekt fertiggestellt sein.
Eins von vielen Nachverdichtungsprojekten
Der Gemeinderat hatte dem Projekt mit einem Satzungsbeschluss im Mai 2024 grünes Licht gegeben. Bereits jetzt seien die ersten Wohnungen verkauft, sagte Geschäftsführer Rainer Ganske bei der Veranstaltung. Das Interesse an dem Projekt sei groß. Dieser Auffassung ist auch Bürgermeisterin Anna Walther. „Wir schaffen hier neuen Wohnraum, ohne neue Flächen zu versiegeln“, sagt sie zu dem Nachverdichtungsprojekt, das nicht das einzige in Schönaich ist. So wird unter anderem auch am Kreisverkehr „Stachus“ gebaut, ebenso soll in Zukunft das Honeywell-Areal zur neuen Ortsmitte umgestaltet werden. Dieses Projekt entsteht ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Böblinger Baugesellschaft.
Erste Wohnungen sind bereits verkauft
Es sei das Gebot der Stunde, die Nachverdichtung voranzutreiben, findet Bürgermeisterin Anna Walther. Dass ein großer Bedarf an Wohnraum bestehe, sehe man daran, dass es bereits jetzt ein hohes Interesse an den Wohnungen gebe. „Es ist ein Irrglaube, dass sie leerstehen werden“, begründet die Rathauschefin ihren Willen, Nachverdichtungsprojekte im Ort voranzutreiben.
Der ursprüngliche Bebauungsplan aus dem Jahr 1956 sah für diese Stelle ein Industriegebiet vor. Mit der Neuaufstellung des Bebauungsplans würde die Kommune mit der Zeit gehen und an dieser Stelle mitten in Schönaich Wohnbebauung schaffen, sagt Anna Walther.
Feierlich wurden für die Grundsteinlegung Tageszeitungen, Münzen und der Bebauungsplan auf einem USB-Stick in einer Zeitkapsel verstaut, die dann ihren Platz im Grundstein – einer großen Box aus Beton – fand. Mit einem Kran wurde der Grundstein dann in ein Loch im Boden gehoben. Im nächsten Schritt werden nun die Erdarbeiten abgeschlossen, die Bodenplatten gelegt und der Tiefgaragenbereich fertiggestellt, erklärt die Projektleiterin der BBG, Maylin Fischer.