Die Stadt Winterberg im Sauerland wurde regelrecht überrannt. Foto: dpa/Marius Becker

Warum stürmen überall in Deutschland Menschen die Wintersportgebiete und stehen dort dicht an dicht auf den Rodelhängen. Psychologen versuchen eine Erklärung.

Hannover/Mönchengladbach - Psychologen halten es für menschlich durchaus nachvollziehbar, wenn Leute trotz coronabedingter Warnungen Wintersportgebiete besuchen. „Es ist logisch nicht erklärbar, dass sich Menschen in der derzeitigen Situation einer möglichen Ansteckung aussetzen. Andererseits ist es aber aus menschlicher Sicht so erklärbar, dass viele den Drang haben, rauszukommen und Spaß zu haben - und das ist nachvollziehbar“, sagte Psychologin Andrea Heine vom Berufsverband Deutscher Psychologen.

„Diese Begründungen sind, wenn auch inhaltlich nicht unbedingt stichhaltig, menschlich natürlich nachvollziehbar“, sagte auch die Psychologin Anne Böckler-Raettig von der Uni Hannover. Oft wollten die Tagesausflügler einfach mal wieder rauskommen und das harte Corona-Jahr hinter sich lassen. Die Junior-Professorin erkennt im Ansturm auf Wintersportgebiete wie in Eifel, Harz und Sauerland eine bekannte menschliche Eigenschaft wieder. Argumente werden demnach weniger stark gewichtet, wenn sie eigene Überzeugungen in Zweifel ziehen oder sie das eigene Verhalten egoistisch erscheinen lassen. „Wir erliegen hier einem „confirmation bias“: Wir sammeln Bestätigungen für das, was wir sowieso schon glauben.“

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Nach Ansicht von Psychologin Heine gibt es häufig diejenigen, die sagen, ihnen passiere schon nichts. „Man hält sich oft selbst für sehr viel sicherer und gesünder als man glaubt.“ Anderen falle einfach die Decke auf den Kopf. „Dieses Rodeln im Freien ist für viele ein Stück wiedergewonnene Freiheit.“ Vielen falle es zudem schwer, zu verstehen, warum sich während der Feiertage plötzlich wieder Menschen treffen durften und sie jetzt nicht mit der Familie rodeln dürften.

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