Schneeballschlacht auf dem Petersplatz in Rom Foto: AP

In Rom hat Schneefall das öffentliche Leben lahmgelegt. Die italienische Hauptstadt zeigte sich am Montagmorgen mit einer Schneedecke überzogen. Die Schulen bleiben geschlossen, Züge haben bis zu drei Stunden Verspätung.

Rom - Der Marktplatz im römischen Stadtteil Trastevere ist unter einer weißen Decke verschwunden. Dort wo sonst die Händler Obst und Gemüse feilbieten, steht an diesem Montagmorgen ein kleiner Schneemann. Sandro (9), Pietro (9) und Riccarco (12) flitzen über den Platz und jagen sich mit Schneebällen. „Super“, findet Sandro den Schnee, „und zur Schule müssen wir auch nicht.“ Ein paar Ecken weiter hat sich auch der antike Circus Maximus in ein Wintermärchenland verwandelt: Statt wie Ben Hur in seinem Wagen sausen die Römer auf Schlitten oder auf einfachen Plastiktüten durch die einstige Arena.

Acht Stunden hat es in Rom in der Nacht zum Montag geschneit, fünf bis zehn Zentimeter Schnee meldet der örtliche Wetterdienst 3bmeteo. Das reicht, um das öffentliche Leben in der quirligen Millionenstadt zum Erliegen zu bringen. Bereits am Sonntag kommt die Eilmeldung: Alle Schulen in Rom bleiben an diesem Montag geschlossen. Hunderttausende Kinder hatten überraschend schneefrei. Die Bewohner werden von der Stadt aufgerufen, sich möglichst wenig fortzubewegen. Der Zivilschutz ordnete an, dass das Militär die Straßen räumen solle. Das Kolosseum bleibt bis auf Weiteres geschlossen, die Busse kommen noch seltener als sonst, manche Linie wird gar nicht befahren. An den Bahnhöfen Termini und Tiburtina sind viele Passagiere gestrandet – die Züge sind bis zu drei Stunden verspätet.

Die TV-Stationen sind in höchster Aufregung

Die Bürger in der Ewigen Stadt vertrieben sich die Zeit anderweitig: Vor dem Petersdom warfen Priesteranwärter Schneebälle aufeinander, Touristen schossen Selfies vor dem Trevi-Brunnen im Schnee.

Was für nördlichere Gemüter winterliche Normalität ist, versetzt die Ewige Stadt in einen Ausnahmezustand. Manch einer erinnert sich an das Jahr 1985, als es schon einmal „so viel“ geschneit hat. Andere verweisen auf das Jahr 2012, in dem es zuletzt Schnee in Rom gab.

Bis zum Montagnachmittag sind die Straßen bereits wieder frei, der Schnee schmilzt schnell. Die Nachrichtensender im Fernsehen senden dennoch in Dauerschleifen aus der italienischen Hauptstadt. Nicht nur in der Hauptstadt, in ganz Italien ist es derzeit ungewöhnlich kalt. In der Apennin-Bergregion sollte es nachts bis zu minus 20 Grad kalt werden.

Droht jetzt eine Eisdecke auf den Straßen?

Der Schnee sorgte auch im Erdbebengebiet rund um Amatrice für Probleme. Der Zivilschutz war am Montag im Einsatz, um der Bevölkerung Hilfe zu leisten. Auch im Süden wurde mit Schneefällen gerechnet. Bei Venedig stürzte ein Straßenmast und blockierte vorübergehend die einzige Autoverbindung in die Lagunenstadt.

Vorausblickende Römer machen sich schon Sorgen um die kommenden Tage. In der Nacht zum Dienstag waren auch für Rom bis zu minus sieben Grad vorausgesagt. Aus dem nun schmelzenden Schnee könnte sich damit eine gefährliche Eisdecke auf den Straßen bilden. Für die zwar kampferprobten, aber nicht wirklich wintererfahrenen römischen Autofahrer dürfte das eine echte Herausforderung werden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: