Die Salzhallen der Straßenmeistereien des Landkreises sind gut gefüllt (Archivfoto). Foto: Horst Rudel

Sobald das Winterwetter einsetzt, sind die Straßenmeistereien des Landkreises Esslingen gefragt: Sie müssen mehr als 1100 Straßenkilometer von Schnee und Eis freihalten.

Der Winter soll Einzug halten im südöstlichen Kreisgebiet: Ein bis zwei Zentimeter Neuschnee sind laut der Online-Plattform Bergfex am Donnerstag in den Albvorlandgemeinden Lenningen und Neidlingen zu erwarten. Damit beginnt für den Winterdienst des Landkreises Esslingen die Streu- und Räumsaison.

 

Das auch für den Kreis Göppingen zuständige Straßenbauamt ist auf das Winterwetter mit all seinen Begleiterscheinungen eingestellt, heißt es aus dem Esslinger Landratsamt. Zu tun gibt es reichlich, wenn es glatt wird und schneit: Die drei Straßenmeistereien in Deizisau, Kirchheim und Geislingen sind dafür verantwortlich, insgesamt 1159 Straßenkilometer befahrbar zu halten.

Für den Winterdienst stehen an mehreren Standorten Salzsilos wie dieser an der B 465 in Lenningen bereit (Archivfoto). Foto: Landratsamt Esslingen

Bereits am vergangenen Dienstag, nach der ersten Frostnacht in diesem Spätherbst, waren die Winterdienstfahrzeuge frühmorgens flächendeckend mit Kontrollfahrten im Einsatz und haben bei Bedarf punktuell gestreut, berichtet die Sprecherin der Kreisverwaltung, Andrea Wangner. Auf mögliche Überraschungen ist man offenbar gut vorbereitet, für den bevorstehenden Wetterwechsel wurden alle Vorkehrungen getroffen.

Die Salzlager der Straßenmeistereien im Kreis Esslingen sind gut gefüllt

Die Salzlager sind gut gefüllt. Das Streugut wird nicht nur in den Hallen auf den jeweiligen Betriebshöfen vorgehalten. Die Straßenmeistereien können es auch auf insgesamt sieben Außenstützpunkten des Winterdienstes aufladen. Den Angaben des Straßenbauamtes zufolge sind aktuell für beide Landkreise gut 9000 Tonnen Salz und rund 450 Tonnen Sole, eine Mischung aus Kochsalz und Wasser, vorrätig.

Beides kommt bei einer Streutour zum Einsatz, und zwar im Mischungsverhältnis von 70 Prozent Trockensalz und 30 Prozent Kochsalzlösung. Die „Feuchtsalztechnik FS 30“, wie sie im Fachjargon heißt, hat den Vorteil, dass das Salz länger auf der Straße haftet und nicht gleich vom Winde verweht wird.

Straßen von Eis und Schnee befreien: Winterdienst fährt zwei Schichten

Der Bedarf an Streumitteln ist wetterabhängig und deshalb schwer vorauszusagen. Bei Bedarf wird Salz nachgeordert, die Sole kann in eigenen Mischanlagen hergestellt werden. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre lag der Verbrauch laut dem Straßenbauamt bei jährlich rund 9500 Tonnen Salz und etwa 2500 Tonnen Sole.

105 Mitarbeitende der Straßenmeistereien sind im Winterdienst im Einsatz. Grundsätzlich gibt es eine Frühschicht von 3 Uhr bis 12 Uhr und eine Spätschicht von 13 Uhr bis 22 Uhr, teilt Wangner mit. „Bei echten Extremwetterlagen ist auch außerhalb dieser Zeiten der Winterdienst möglich.“ Mit 15 eigenen Großfahrzeugen und 22 Fahrzeugen von Fremdunternehmen sorgen die Teams für freie Fahrt.

Von Schnee und Eis befreit werden von den drei Straßenmeistereien nicht nur Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. „Im Rahmen der Möglichkeiten, nach besten Kräften und der örtlichen Verkehrsbedürfnisse“ werden laut der Sprecherin des Landratsamtes auch straßenbegleitende Geh- und Radwege geräumt und gestreut – sofern sie in der Zuständigkeit des Esslinger Straßenbauamtes liegen. Das alles hat seinen Preis: Der Winterdiensteinsatz kostet rund 1,9 Millionen Euro pro Jahr.

Übrigens: Auf der Autobahn liegt die Verantwortung für den Winterdienst bei der Autobahn GmbH des Bundes, die in Kirchheim eine Straßenmeisterei für die A 8 unterhält. Innerorts sind die jeweiligen Städte und Gemeinden für geräumte Straßen zuständig.