In vier Gebäuden Foto: BGC

Die Baugenossenschaft Bad Cannstatt hat am Zuckerleweg Richtfest gefeiert.

Schmidener Vorstadt - Tonnenweise Stahlbeton und Kalksandstein, 17 Kilometer Heizungsrohre und 2,3 Kilometer Sanitärrohre sind nur ein kleiner Teil dessen, was in den vergangenen Monaten am Zuckerleweg verarbeitet worden ist. Entstanden sind daraus vier Gebäude mit einer Wohnfläche von insgesamt 2600 Quadratmetern, verteilt auf 32 Wohnungen. Vergangene Woche ist Richtfest gefeiert worden, im Sommer des Jahres 2013 werden die Wohnungen bezugsfertig sein.

„Es ist eine Erfolgsgeschichte, die mich stolz macht“, sagt Ralf Hasmann, der geschäftsführende Vorstand der Baugenossenschaft Bad Cannstatt (BGC). Zuerst hatte es für das Vorhaben nämlich nicht gut ausgesehen, erinnert sich Hasmann an einen tristen Abend im November 2010, als die Baugenossenschaft erstmals mit den Mietern der alten Gebäude am Zuckerleweg 26 bis 32 über ihre Pläne sprach. „Es ist mehr als verständlich, dass sie aus der Lage direkt an den Weinbergen nicht wegziehen wollten.“ Schließlich seien die Weinberge nicht nur als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, sondern ein beliebtes Naherholungsgebiet nicht nur für die Cannstatter.

Eine Alternative zu Abriss und Neubau habe es dennoch nicht gegeben: „Die Häuser aus dem Jahr 1952 genügten den Anforderungen an zeitgemäßen Wohnungsbau nicht mehr“, sagt Hasmann. Räume ohne direkten Zugang zum Flur, keine Bäder und notdürftig nachträglich eingebaute Duschkabinen in der Küche seien nur einige Mängel gewesen. Durch den Neubau habe man rund 1000 Quadratmeter Wohnfläche hinzugewonnen. „Wir sind dankbar, dass es gelungen ist, die Wohnungen innerhalb von zehn Monaten zu entmieten.“

„Es ist eine zukunftsorientierte und nachhaltige Investition“

Im Dezember des vergangenen Jahres wurde mit dem Abriss der Häuser begonnen, in den vergangenen Monaten wurden die Gebäude samt einer Tiefgarage mit 33 Stellplätzen errichtet. Diese, hofft Hasmann, werde nicht nur die Wohnungen erschließen (acht sind komplett barrierefrei), sondern auch die Parkplatzsituation am Zuckerleweg entschärfen.

Insgesamt 8,5 Millionen Euro kostet das Vorhaben, 45 Prozent davon finanziert die BGC aus Eigenmitteln, den Rest über Darlehen. „Es ist eine zukunftsorientierte und nachhaltige Investition“, sagt Hasmann. Das Gebäudeensemble ist als sogenanntes Effizienzhaus 70 errichtet und soll dank einer Holzpelletheizung und einem Gasbrennwertkessel mit einem Energieverbrauch von 40 Kilowattstunden pro Jahr auskommen. „Umgerechnet aufs Auto entspricht dies einem Verbrauch von vier Litern“, so Hasmann.

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