Einweihung der gelben Büchertauschzelle mit einer Leseaktion Foto: Gustav-Stresemann-Gymnasium

Seit einigen Wochen sorgt ein echter Hingucker im Foyer des Gustav-Stresemann-Gymnasiums für neugierige Blicke: eine knallgelbe Telefonzelle. Auch bei den Schülerinnen und Schülern sorgte das Retro-Objekt zunächst für Verwunderung. Der Zweck der Telefonzelle war schnell erklärt: Sie ist die neue offizielle Büchertauschzelle des GSG.

Das Prinzip ist einfach: Die Büchertauschzelle ist jederzeit während des Schulbetriebs geöffnet. Bücher können entnommen, gelesen, verschenkt oder selbst hineingestellt werden.

 

Manuela Textor, die als Deutschlehrerin des GSG dieses Projekt initiiert und federführend umgesetzt hat, war es wichtig, einen Raum zu erschaffen, der geschützt ist und gleichzeitig alle Sinne anregt: „Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem man sich wohlfühlt. Die Telefonzelle soll eine kleine Bücher-Wohlfühloase sein“, erklärt sie. In der Telefonzelle können nicht nur Bücher befühlt, ausgesucht und gelesen werden, es duftet dort auch nach Kiefernwald und eine Zwitscherbox sorgt für passende Vogelgeräusche.

Statt über sinkende Lesemotivation bei Jugendlichen zu klagen, will Manuela Textor aktiv gegensteuern. Durch die gelbe Telefonzelle im GSG werden Bücher im Alltag der Schülerinnen und Schüler sichtbar und greifbar. Die Jugendlichen erhalten so einen leichten und ansprechenden Zugang zu Literatur – in der Hoffnung, dass sie sich dazu verleiten lassen, eines oder mehrere Bücher zu lesen. Manuela Textor sieht jedes einzelne Buch, das durch die Büchertauschzelle zusätzlich gelesen wird, als kleinen Erfolg.

Ein weiterer Pluspunkt des Projekts ist seine Nachhaltigkeit: In der Büchertauschzelle gehen gebrauchte Bücher unkompliziert von Hand zu Hand. „In einer Gesellschaft, in der die meisten sehr viel besitzen, ist es wichtiger denn je, vorhandene Dinge zu teilen, anstatt ständig Neues zu kaufen“, betont Initiatorin Manuela Textor. Auch die Telefonzelle selbst ist ein Secondhand-Fundstück, entdeckt in den Kleinanzeigen einer Lokalzeitung. Mit diesem außergewöhnlichen Kauf schaffte es das Gustav-Stresemann-Gymnasium sogar in die Rubrik „Verrückteste Käufe“ der Regionalpresse.

Vergangene Woche wurde die gelbe Telefonzelle feierlich eingeweiht – gemeinsam mit der gesamten Schulgemeinschaft. Jede Klasse versammelte sich zu einer Vorlesestunde rund um die Zelle und lauschte einem Buch, das eigens für sie ausgewählt worden war. Gelesen wurde von Lehrkräften, während die Schülerinnen und Schüler gleichzeitig alte, ausgemusterte Bücher zu kunstvollen Objekten falteten. Diese Papierkunstwerke werden beim Schulfest am Schuljahresende verkauft. Der Erlös soll in neue Bücherregale für alle Klassenzimmer fließen – ein weiterer Schritt, um Literatur im Schulalltag sichtbar zu machen.

Die Resonanz auf das Projekt ist durchweg positiv: In der gelben Telefonzelle herrscht reger Betrieb – Bücher kommen und gehen, genau wie es sich die Initiatorin gewünscht hat.

Bei uns daheim

Die hier veröffentlichten Artikel wurden von Vereinen und Gemeinden, Schulen und Kindergärten, Kirchengemeinden und Initiativen verfasst. Die Artikel wurden von unserer Redaktion geprüft und freigegeben. Für die Richtigkeit aller Angaben übernehmen wir keine Gewähr.