Postkartenidylle am Schlossplatz: Ein Teil des Neuen Schlosses soll zum Bürgerschloss werden. Foto: dpa

Die Idee, dass alle Ministerien aus dem Neuen Schloss ausziehen könnten, bleibt zwar Wunschdenken. Eine teilweise Öffnung für die Bürger soll aber möglich sein.

Stuttgart - Mit dem Umbau des neuen Schlosses soll dieses auch zum Bürgerschloss werden. Ein bisschen eben. Die Immobilie des Landes Baden-Württemberg am Schlossplatz – das hat der Landesbetrieb Vermögen und Bau am Montag im Bezirksbeirat Mitte erneut bekräftigt – wird weiterhin größtenteils vom Finanz-, Wirtschafts- und Staatsministerium genutzt werden. „Ich sehe keine Möglichkeit, wie wir bei den derzeitigen Preisen von Büroflächen in der Landeshauptstadt einen Umzug auf Steuergelder rechtfertigen sollten“, sagte Roland Wenk, Leiter des Amts Stuttgart von Vermögen und Bau.

Wenn dann wird also ein Teil des Mitteltrakts für Bürger geöffnet. Platz hierfür soll beim Umbau des Schlosses gewonnen werden, indem Teile der Technik und der Gastronomiebetrieb, der aktuell eine Kantine im Obergeschoss ist und aufgewertet werden soll, in den Keller verschwinden. So sehen es jedenfalls die ersten Pläne des Architekten Martin Sting vor, den das Land mit der Entwicklung des Konzepts für den Umbau beauftragt hatte.

Das Bürgerschloss wäre ein Geschenk des Landes

Einerseits sind damit den Träumen einiger Bezirksbeiräteetwas der Wind aus den Segeln genommen worden, die bei ihrer Sitzung im Rathaus Begehrlichkeiten äußerten, das Schloss den Bürgern vollständig zugänglich zu machen. Anderseits ist das Vorhaben, das Schloss zumindest teilweise zu öffnen, zumindest aus der Sicht der Stadt Stuttgart womöglich einfach ein Geschenk. „Ich sehe keinen Grund, warum die Kosten jemand anderes als die Eigentümerin, das Land, tragen sollte“, sagte Roland Wenk von Vermögen und Bau.

Wie hoch die Kosten sind, darüber wollte er aktuell noch keine Schätzung wagen. Auch Details, wie die Nutzung für Bürger aussehen könnte, bleiben erst mal noch vage. Peter Rommel, Referatsleiter für Organisation beim Staatsministerium nahm aber mit, dass die parkenden Pkw der Ministeriumsmitarbeiter vor dem Schloss auch von den Bezirksbeiräten als Ärgernis betrachtet werden. „Ich werde das bei den zuständigen Dienststellen ansprechen“, versprach er.

Der Bezirksbeirat hatte bereits 2005 die Nutzung des Ehrenplatzes vor dem Schloss kritisiert. Mittlerweile hat sich sogar die Gemeinderatsfraktion der CDU zu einem entsprechenden Antrag durchgerungen, die sonst eher um jeden bestehenden Stellplatz kämpft. Immerhin scheint beim Projekt Bürgerschloss bei einer Frage schon jetzt Einigkeit zu herrschen.

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