Flüchtlinge arbeiten bei dem Opernprojekt mit. Foto: Schlossfestspiele

Am Freitag ist es so weit: Die Premiere der Idomeneo-Produktion der Schlossfestspiele mit der Sängerin Cornelia Lanz ist im Forum am Schlosspark. Auch Samstag ist eine Aufführung.

Ludwigsburg - Am Freitag, 8. Juli ist es so weit: Dann feiert Mozarts Oper „Idomeneo“ Premiere im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg – eine Koproduktion mit den Ludwigsburger Schlossfestspielen. Nach Così fan tutte und „Zaide – eine Flucht“ legen Cornelia Lanz und der Verein Zuflucht Kultur damit bereits die dritte Opernproduktion mit Asylsuchenden und geflohenen Künstlern auf. Konzeptionell sind die Flüchtlinge stärker eingebunden als je zuvor. Denn Regisseur Bernd Schmitt hat mit dem in einem aufwendigen Casting-Prozess zusammengestellten 23-köpfigen Bewegungschor ein ideales Format gefunden, um sie gleichberechtigt mit dem professionellen Sängerensemble agieren zu lassen. Sie verorten das Geschehen im Hier und Jetzt – und schaffen einen Raum für ihre persönlichen Geschichten von Flucht und Verfolgung, die sie in „Monologen“ erzählen.Der Musiker, Autor und Koch Vincent Klink (Restaurant Wielandshöhe) und der Liedermacher Konstantin Wecker übernehmen die Schirmherrschaft für die Opern-Produktion „Idomeneo“ von Zuflucht Kultur und den Ludwigsburger Schlossfestspielen.

Um das Projekt herum werden weitere Angebote für geflohene Menschen in Ludwigsburg und im Großraum Stuttgart erarbeitet. Wir stehen in Kontakt mit dem Flüchtlingsrat Baden-Württemberg und vielen Flüchtlingseinrichtungen in der Region, vor allem mit dem Flüchtlingsheim Weilimdorf und der Stadt Weilimdorf. Gespräche mit Stadt und Landkreis Ludwigsburg, der Jugendmusikschule Ludwigsburg sowie ehrenamtlich Engagierten laufen, mit dem Ziel, weitere integrationsbegleitende Projekte anzustoßen, Mut zu machen, Ideen zu geben und zu motivieren.

Internationales Ensemble

In der dritten Opern-Produktion des Vereins Zuflucht Kultur wirkt ein internationales Ensemble mit Geflüchteten aus Afghanistan, Iran, Irak, Nigeria, Pakistan und Syrien mit. Die Titelpartie übernimmt der Tenor Maximilian Schmitt, der sein Deutschland-Debüt als Idomeneo gibt. Seinen Sohn Idamante verkörpert die Mezzosopranistin Cornelia Lanz, die den Verein Zuflucht Kultur 2014 gegründet. Die trojanische Prinzessin Ilia wird von der Sopranistin Josefin Feiler gesungen, die Muttermörderin Elettra von der Sopranistin Tatjana Charalgina. Die Rolle des Arbace wird von dem syrischen Schauspieler Zaher Alchihabi übernommen, die des Hohen Priesters von dem iranischen Sänger Mohsen Rashidkhan. Das spanische Orchester BandArt und der Philharmonia Chor Stuttgart musizieren unter der Anleitung von Gordan Nikolic, dem ersten Konzertmeister des London Symphony Orchestra.

Durch den zeitgleich stattfindenden Citylauf in der Ludwigsburger Innenstadt ist im Vorfeld der zweiten Vorstellung am Samstag, 9. Juli mit Straßensperren zu rechnen. Aus diesem Grund wird die Friedrich-Ebert-Straße am Forum am Schlosspark nur von der B27 aus befahrbar sein. Der Parkplatz Bärenwiese kann nur eingeschränkt genutzt werden und es ist mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen. Den Besuchern wird empfohlen, die Fahrt zum Forum am Schlosspark frühzeitig anzutreten und alternative Parkplätze und -häuser zu nutzen.

Tickets für die beiden Vorstellungen am 8./9. Juli 2016 um 20 Uhr im Forum am Schlosspark sind bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen unter 07141 / 939 636 sowie bei allen Easy-Ticket-Vorverkaufsstellen erhältlich.

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