Zum Familienprogramm am Pfingstsonntag versucht die 7-jährige Emma an der Grabkapelle auf dem Rotenberg in Stuttgart möglichst viele Kegel beim Kegeln umzuhauen. Ihre Schwestern Lene (l), Milly (m) und Schlossführerin Ute Springer (Hut) schauen dabei zu. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Spielerisch auf den Spuren der Geschichte waren Kinder an der Grabkapelle und auf Schloss Solitude.

Stuttgart - Die vielen Rosetten in der Kuppel der Grabkapelle zählen, wie sonst bei den Kinder-Führungen auf dem Württemberg, das müssen die Kleinen bei der „Ralley für Kinder“ an Pfingsten nicht. Es reicht auch mal, herauszufinden, wie viele Säulen das Gebäude ringsum stützen und zieren. Fabian aus Denkendorf aber rührt sich nicht von der Stelle. Mit Köpfchen geht es auch! Und groß rechnen muss der 14-Jährige dabei nicht. Die Kleinen aber flitzen wie frisch losgelassen um den Bau – und brauchen gleich noch eine Runde, denn vor lauter Tempo haben sie das Zählen vergessen. Auf Anhieb kriegen sie dafür heraus, dass die riesigen Bäume, die der König so gemocht hatte, nicht Dinosaurier-, sondern Mammutbäume heißen. Damit wäre der nächste Buchstabe gefunden für das Lösungswort, für das es gleich eine kleine Belohnung geben wird.

„Abenteuer-Tour“ rund um die Grabkapelle

Hellwach waren sie ja schon am Start der „Abenteuer-Tour“ rund um die Grabkapelle, die am frisch renovierten Priesterhaus ihren Ausgangspunkt nimmt. Ein kleiner Raum ist für diesen Tag nun die Waffenkammer. „Florette“ aus Holz liegen im Dutzend bereit. Hier werden die „Anwärter für die Garde des Königs“ erst einmal mit ein paar Trockenübungen eingewiesen. Da ist sogar die dreijährige Lilly aus Uhlbach ganz Ohr! Die etwas älteren Ronny, Mica und Lotte natürlich auch! „Nicht herumfuchteln, seitlich aufstellen!“, erklärt die „Waffenmeisterin“ Ute Springer. Die Fersen zusammenstellen, dann die Füße im rechten Winkel ausrichten und locker in die Knie gehen. Ein Schritt vor, einer zurück. En avant, en position! Schließlich hatte man Französisch gesprochen zu Hofe! Jetzt werden die Waffen ausgehändigt, wird die Schärpe um den Bauch gebunden, sodass sich das Kampfgerät locker einstecken lässt.

Gummibärchen und Luftballons

Und geht es nun endlich raus für einen „richtigen Kampf“? Noch nicht ganz, denn erst muss dem König noch gehuldigt werden, der da auf einem großen Foto-Bildnis vor einem steht. Also, die rechte Hand aufs Herz – und dann dreimal kräftig „Hurra!“ gerufen, was im zweiten Anlauf super klappt. Nun wird das Pflaster am Psalmisten-Häuschen zum Exerzierplatz, wo dann sogleich schön der Form nach „gefochten“ wird. Daran haben die Kinder sichtbar Spaß – und die Eltern perfekte Motive fürs Familienalbum.

Zur Belohnung darf die „junge Garde“ nun ran an die historischen Vorbildern nachempfundene Kegelbahn, wobei Mica mit den drei Holzkugeln auf Anhieb abräumt. Eine halbe Stunde später ist die Schar zurück, um sich die wohlverdiente Belohnung fürs Lösungswort abzuholen. Gummibärchen und Luftballons gehen ja immer, was sich auch auf Schloss Solitude erweist. Auch dort wurde schon ab elf Uhr eifrig gefochten und spielerisch geforscht, auf den Spuren Carl Eugens, des Herzogs, „dem nie langweilig war“. Ein Motto, das an diesem Tag aber auch eins zu eins für die Kinder an der königlichen Grabkapelle gegolten hat.

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