Flammendes nächtliches Inferno in der Vergärungsanlage Leonberg. Mittlerweile ist die Gefahr gebannt. Foto: SDMG/Dettenmeyer

Nach Explosionen in Biogasanlage in Leonberg-Warmbronn sind die Flammen unter Kontrolle, die Gefahr aber nicht gebannt.

Leonberg - Noch gut 100 Feuerwehrleute sind am Mittwochvormittag im Einsatz, um nach der nächtlichen Explosion in der Vergärungsanlage Leonberg Schlimmeres zu verhindern. Ihr größtes aktuelles Problem: Ein Gasaustritt kann nicht so ohne weiteres gestoppt werden.

„Wir haben ein Gasfackel in einem Silo“, berichtet der Leonberger Feuerwehrkommandant Wolfgang Zimmermann. „Wir suchen noch nach einem Weg, den Gasaustritt geregelt zu beenden.“ Einfach einen Gashahn abdrehen, das ginge nicht. „Das ist viel zu gefährlich. Das Ganze kann dann platzen.“

Mehr als 200 Einsatzkräfte

In den frühen Morgenstunden hatten nicht nur die Wehrleute aus Leonberg ganze Arbeit zu leisten. Insgesamt rund 200 Einsatzkräfte aus Stuttgart, Weil der Stadt, Böblingen, Sindelfingen und Gärtringen waren zur Vergärungsanlage geeilt, um die Brände nach den nächtlichen Explosionen zu stoppen. Der Rettungsdienst und 26 Helfer des Technischen Hilfswerks waren ebenfalls vor Ort. Die Polizei war mit sechs Streifenbesatzungen und einem Hubschrauber vor Ort.

Große Mengen an Biomasse wurden geborgen, ein brennender Hackschnitzelberg Schaufel für Schaufel abgeräumt. Gegen 9 Uhr hatten die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle. Doch Entwarnung gibt es noch keine. Zwar wurden keine schädlichen Gase gemessen, doch die Anwohner der benachbarten Leonberger Stadtteile Warmbronn und Mahdentalsiedlung sowie die Bewohner von Stuttgart-Büsnau werden weiterhin aufgefordert, Türen, Fenster und Lüftungsanlagen geschlossen zu halten.

Fenter geschlossen halten

Verschiedene Straßen rund um die Vergärungsanlage und der Verkehrsübungsplatz am Leonberger Glemseck sind gesperrt. Auf der benachbarten Autobahn 8 kam es am Morgen zwischen dem Leonberger Dreieck und dem Autobahnkreuz Stuttgart zu Sichtbehinderungen.

Kurz vor 2 Uhr hatten Anrufer bei der Polizei eine große Rauchsäule an der Kompostierungsanlage gemeldet. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand eine Biomülllager- und Verarbeitungshalle zum Teil in Vollbrand. In den betroffenen Gebäuden gibt es mehrere Gastanks und Silos, die teils im Verlauf des Brandes explodierten. Über die Ursache liegen noch keine Angaben vor.

Wenn auch die Feuerwehr die Brände mittlerweile im Griff hat, so ist die Arbeit noch lange nicht beendet. Feuerwehr-Chef Zimmermann: „Das wird noch mehrere Tage dauern.“

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