Gerhard Wick (SÖS/Linke-plus) regte an, an der Panzerstraße versenkbare Poller einzurichten. Foto: Archiv Sigerist

Der Bezirksbeirat fordert eine funktionale Regelung für die als Schleichweg genutzte Straße zwischen Stuttgart-Vaihingen und Böblingen. Denn die Schranke, die die Einfahrt eigentlich verhindern soll, wird regelmäßig offengelassen.

Vaihingen - Wir brauchen eine Lösung, bei der niemand die Straße befahren kann, der nicht auch dazu berechtigt ist“, brachte es Gerhard Wick (SÖS/Linke-plus) auf den Punkt. Thema der Diskussion in der Bezirksbeiratssitzung im März war die Panzerstraße. Die CDU-Fraktion hatte einen Antrag formuliert, in dem sie die Stadtverwaltung auffordert, funktionale Regelungen für die Verbindungsstraße zwischen Stuttgart-Vaihingen und Böblingen zu finden. Denn die Straße, die in den 1930er Jahren als Verbindungsweg zwischen der Kurmärker-Kaserne, den heutigen Patch Barracks, und der Böblinger Panzerkaserne angelegt wurde, wird gerne als Schleichweg genutzt (wir berichteten).

Die Schranke wird einfach offengelassen

Einfahrtverbotsschilder sowie eine Schranke sind für die Autofahrer offenbar kein Hindernis. „Das Problem ist, dass die Schranke regelmäßig offen gelassen wird“, sagte Volker Weil (FPD). Das schreibt auch die CDU in ihrem Antrag. Die Schranke könne einfach mit einem im Baumarkt erhältlichen Schlüssel geöffnet werden. „Die ‚Schwarzfahrer’ scheinen gut ausgerüstet“, heißt es in dem Schreiben. Wenn die Schranke dann offen stehe, verleite das weitere Autofahrer dazu, die Strecke durch den Wald zu befahren, etwa, um vom Gewerbegebiet Untere Waldplätze auf die Rohrer Höhe zu gelangen, sagte Ulrich Bayer (CDU). Das möchte die Fraktion unterbinden. „Die Benutzung durch Kraftfahrzeuge ist ausschließlich durch Förster, Waldarbeiter und direkte Anlieger denkbar“, fordert die CDU in dem Antrag.

Nutzungsberechtigt sind zudem die Mitarbeiter der Bodenseewasserversorgung, wenn sie eine Ausnahmegenehmigung haben. „Aber sie nutzen die Panzerstraße auch, wenn kein Fall für die Ausnahmegenehmigung vorliegt“, merkte Kristin Wedekind von den Grünen an und brachte den Krötenschutz zur Sprache. Denn die kleinen Amphibien sind derzeit zuhauf unterwegs zu ihren Laichgewässern und queren dabei auch die Panzerstraße. „Gerade jetzt sollten die Autofahrer vorsichtig fahren“, sagte Wedekind. 50 Stundenkilometer seien schon zu schnell; die Kröten hätten da keine Chance.

Die mit Kopfsteinpflaster belegte Straße durch den Wald ist ein beliebter Rad- und Spazierweg. Eyüp Ölcer (Freie Wähler) warnte nicht nur vor den Autos, sondern auch vor „rasenden Radlern“. „Die Gefahr ist nicht zu unterschätzen“, sagte Ölcer. „Ich appelliere an die Radfahrer, auf dieser Strecke vorsichtiger zu fahren.“

Eine Lösung wären versenkbare Poller

Die Vaihinger Bezirksbeiräte fordern die Stadt zum Handeln auf, um Verkehr wirksam von der Panzerstraße fernzuhalten. „Die Strecke muss aber für diejenigen nutzbar bleiben, die sie nutzen müssen“, sagte Gerhard Wick. Er schlug etwa im Boden versenkbare Poller vor. In eine ähnliche Richtung ging der Vorschlag von Volker Weil, man könne eine Schranke einrichten, die mittels Funkfernbedienung zu steuern ist. „So könnte man die Schranke direkt nach dem Durchfahren wieder schließen“, sagte Weil. Denkbar wäre auch eine Schranke, die nach dem Durchfahren automatisch wieder schließt.

Bei lediglich einer Enthaltung stimmten die Bezirksbeiräte dem Antrag der CDU letztlich mit 14 Ja-Stimmen zu.

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