Foto: Andreas Gorr

Die Zukunft des Schleglerschlosses bleibt weiter ungewiss. Das trifft jeden Heimsheimer, insbesondere aber die Vereine, die auf die Räume dort angewiesen sind. Sogar eine Arbeitsstelle in Form der Schlossverwaltung hängt an dem Gebäude. Mittlerweile hat sich zumindest für die betroffenen Vereine eine Lösung aufgetan, was deren regelmäßige Treffen angeht. Doch die Heimsheimer Schlegler stehen vor einem großen Problem. Für ihr Rittermahl, die größte Einnahmequelle des Vereins, gibt es weit und breit keine geeignete Alternative – jedenfalls keine, für die die Schlegler nicht selbst noch eine Menge Geld in die Hand nehmen müssten.

Das Schleglerschloss darf aus Brandschutzgründen seit dem Sommer bekanntlich nur noch eingeschränkt genutzt werden. Langfristig müsste sich an dem Gebäude baulich einiges verändern, damit sich dort weiterhin größere Gruppen treffen dürfen. Was genau gemacht werden muss und wie hoch die Kosten wären, steht noch nicht fest. Das Land Baden-Württemberg hat als Eigentümer ein entsprechendes Gutachten beauftragt. Auch die Frage, wer diese Kosten übernehmen wird, bleibt weiter ein Streitthema zwischen Land und Stadtverwaltung. Für eine kurzfristige Übergangslösung sorgte die Stadt mit einer mobilen Brandmeldeanlage – Kosten: 40 000 Euro für das halbe Jahr –, die jedoch Anfang 2018 wieder abgebaut wird.

Außer den Schleglern haben noch die Landfrauen Heimsheim ihren Sitz im Kasten, zudem nutzt der TSV die Räume für Gymnastikstunden, und der Musikverein Stadtkapelle Heimsheim hält seit der Sanierung der Stadthalle seine Übungsabende dort ab. Und genau dorthin können die Musiker ab dem neuen Jahr auch wieder zurückkehren, versichert der Bürgermeister Jürgen Troll.

„Da ist uns wirklich ein Stein vom Herzen gefallen“, sagt Klaus Wiedemann, der Vorsitzende des Musikvereins. „Das ist für uns eine große Erleichterung.“ Bislang sei der Verein immer ein bisschen „in der Luft gehangen“, die Unsicherheit, wie es mit dem Kasten und der Stadthalle weitergeht, habe die Mitglieder sehr beschäftigt. „Wir sind wirklich froh, dass das mit der Stadthalle jetzt klappt, das gibt uns Sicherheit, und dort haben wir dann auch wieder alles an einem Platz.“

Auch für den TSV und die anderen Vereine stünde bei Bedarf die Stadthalle zur Verfügung, so Jürgen Troll. Die Landfrauen jedenfalls sind schon seit Beginn der Einschränkungen im Schleglerschloss auf das Café der Bücherei ausgewichen. Bisher seien sie immer gut untergekommen, berichtet die Vorsitzende Ursula Kastl. „Trotzdem wären wir natürlich froh, wenn wir wieder zurück in den Kasten könnten.“ Zumal in der Bücherei für größere Veranstaltungen natürlich nicht ausreichend Platz sei.

Wirklich hart trifft die voraussichtliche Schließung des Kastens zum neuen Jahr den Mittelalterverein „Die Schlegler“. Dieser hält im Schloss sechs- bis achtmal im Jahr seine großen Rittermahle ab. Die Zahl der Standorte, die sich für so ein Event eignen, sind selbstverständlich mehr als begrenzt. „Wir sind auch immer noch auf der Suche“, sagt der Vorsitzende Manfred Walter. „Eine große Schwierigkeit ist, dass wir für die Speisen eine besondere Küchenausstattung brauchen.“ Alle infrage kommenden Standorte hatten bislang das Problem, dass entweder das Ambiente passte, aber die Küche nicht ausreichte oder umgekehrt.

„Wir möchten mit dem Rittermahl auf jeden Fall hier bleiben, die Schlegler gehören nach Heimsheim. Im Moment sind wir dabei, mit dem Barockreitzentrum zu sprechen, ob wir dort Räume nutzen könnten.“ Doch diese Lösung sei längst nicht fix, zumal auch im Reitzentrum größere Investitionen in die Küche nötig wären. Das Thema soll bei der nächsten Mitgliederversammlung im Januar diskutiert werden. „Es wäre einfacher, wenn wir mehr Informationen hätten“, beklagt er die Informationspolitik des Landes. Denn die Frage, welche Investitionen sich lohnen, hänge vor allem davon ab, wie und vor allem wann es mit dem Schleglerschloss weitergeht.

Eins ist für Manfred Walter jedenfalls sicher: „Wenn wir gar nichts finden, sieht es schlimm aus, denn die Rittermahle sind unsere größte Einnahmequelle.“ Der Wegfall dieser Einnahmen bedeutet nicht nur einen immensen Verlust für den Verein. „Dabei kamen immer auch Spenden für die Stiftung der Uniklinik Tübingen ,Hilfe für kranke Kinder’ zusammen.“

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