44 Prozent der Mitarbeiter trauen sich nicht, bei ihrem Chef offen Probleme anzusprechen. (Symbolbild) Foto: dpa-tmn

Wenig Wertschätzung, unangemessener Ton, schlechte Laune: Nach einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat fast die Hälfte der Beschäftigten Angst vor ihren Vorgesetzten. Auch die Größe eines Unternehmens spielt für das Betriebsklima eine Rolle.

Berlin - Fast die Hälfte der Beschäftigten hat nach einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Angst vor ihren Vorgesetzten. 44 Prozent der Mitarbeiter trauen sich nicht, bei ihrem Chef offen Probleme anzusprechen, wie der DGB am Donnerstag mitteilte. 85 Prozent sprechen indes von großer Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen.

Die Umfrage zum Betriebsklima beruht auf Daten der bundesweit repräsentativen Beschäftigtenbefragung zum „Index Gute Arbeit“ des DGB. Dabei werden Arbeitnehmer nach der Qualität ihrer Arbeitsbedingungen befragt.

Für das Betriebsklima spielt auch die Größe eines Unternehmens eine Rolle. So werden Kleinbetriebe mit weniger als 20 Beschäftigten in der Umfrage hinsichtlich des Betriebsklimas etwas positiver bewertet als mittlere und größere Unternehmen. Allerdings hat auch hier rund jeder Dritte (34 Prozent) Angst davor, seine Meinung offen zu sagen, wie der DGB mitteilte.

Ältere Beschäftigte nehmen laut Umfrage häufiger ein angstbesetztes Klima wahr: Während der Anteil bei den unter 25-Jährigen bei 30 Prozent liegt, steigt er bei den Kollegen ab 55 Jahren auf 52 Prozent.

Wenn Beschäftigte sich nicht trauen, Probleme anzusprechen, dann denken sie eher darüber nach, ihren Arbeitgeber zu wechseln, wie es hieß. Etwa jeder Zehnte überlege in so einem Fall, das Unternehmen zu verlassen. Auf die Frage nach der Wertschätzung am Arbeitsplatz gaben zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) an, dass sie sich von ihrem Vorgesetzten in hohem Maß oder sogar in sehr hohem Maß wertgeschätzt fühlen.

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