Paul Schröder Foto: Leif Piechowski

Schöner erschrecken kann keiner: Paul Schröder ist ein Publikumsliebling am Stuttgarter Schaupielhaus. Doch nun wurde die schlechte Nachricht bekannt - er verlässt das Ensemble von Armin Petras.

Stuttgart - Schröder, das ist der, der alle Zuschauer aufs Tollste erschreckt hat, die Schillers Drama „Die Räuber“ gesehen haben: Er spielt Franz, der sich gerade in Allmachtsfantasien ergeht, über die Welt ätzt und sich dabei am Bühnenrand auf einem Sessel räkelt. Zack, rutschen die Stuhlbeine, Mann und Sessel plumpsen von der Bühne.

Mit elegantem Schwung erklimmt er wieder die Bühne, als sei nichts geschehen. Grandios auch sein atemloser, in Dialekt gesprochener Rapport des Schweizers über die Räubereien in dem Stück, das am 12. April gezeigt wird.

Seit Paul Schröder 2013 in Stuttgart Ensemblemitglied ist, hat er aber vor allem auch dies getan: tausende Romanseiten gelesen – er hat in Thomas Manns „Der Zauberberg“ (770 Seiten ) als Jesuit Naphta geglänzt und sich mit Wolfgang Michalek als Gegenspieler Settembrini grandiose Wortduelle geliefert (nächster Termin 21. April).

In Dostojewskis „Der Idiot“ (910 Seiten) war er Rogoschin – ungehobelter Freund und Rival des Idioten. Und er hat im Nord einen fulminanten Soloauftritt in Manns vergleichbarer kürzerer Novelle „Mario und der Zauberer“ (110 Seiten), zu sehen am 10 und 11. April.

Die viele Prosaleserei ist aber nicht der Grund, weshalb Paul Schröder das Schauspiel Stuttgart verlassen wird - sondern die vermisste Nähe zur Tochter. Von der nächsten Saison an spielt Paul Schröder am Thalia-Theater Hamburg – das Romanlesen wird ihm dort sicher auch nicht erspart bleiben. Regisseur Antú Romero Nunes – den man in Stuttgart von seiner Schiller-Inszenierung „Die Räuber“ mit Paul Schröder kennt – hat dort zuletzt Melvilles „Moby Dick“ (1048 Seiten) auf die Bühne gebracht.

„Das Fest“ im Mai

Filmstoffe auf der Bühne – viel kritisiert und doch erfolgreich: Christopher ­Rüpings Bearbeitung von „Das Fest“ nach dem Film von Thomas Vinterberg und Mogens Rukov ist zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Jetzt wurden die Berliner Aufführungstermine vom „Fest“ veröffentlicht: 11. und 12. Mai im Haus der Berliner Festspiele. Der ­Kartenverkauf beginnt am 11. April. In Stuttgart ist „Das Fest“ am 6. Juni zu sehen.

Und ein Stück

Stücke? Werden auch noch geschrieben, zum Beispiel von Fritz Kater, unter ­diesem Namen veröffentlicht Stuttgarts Schauspielintendant Armin Petras seine Werke. Das jüngste heißt „Buch (5 Ingredientes de la vida)“, Petras bringt es an diesem Freitag in den Münchner ­Kammerspielen zur Uraufführung. Die Stuttgarter Schauspielerin Anja Schneider ist mit dabei. Die Inszenierung kommt in der nächsten Saison nach Stuttgart.

4 x Jugend vor

Nicht nur zur Weihnachtszeit widmen sich Theater dem Nachwuchs: Im Landestheater Tübingen ist am 10. April „Kopf voll, Herz leer“ vom Theaterjugendclub zu sehen. In der Tonne Reutlingen kommt am 11. April Otfried Preußlers „Krabat“ auf die Bühne. Das Junge Zimmertheater Tübingen widmet sich am 12. April Kafkas „Amerika“. Und Studenten des Faches Figurentheater an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart zeigen am 12. April im Stuttgarter Wilhelma Theater „Georg ist daneben“.

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