Buddy und Darling: Jon Hamm und Eiza González in dem Action-Thriller „Baby Driver“.  Foto: Verleih

Der Hollywood-Schauspieler Jon Hamm spricht über seinen Durchbruch mit „Mad Men“ und den langen Weg zum Gipfel. Im neuen Action-Thriller „Baby Driver“ spielt er an der Seite von Eiza González.

Los Angeles - Die Rolle des trinkfesten Don Draper machte ihn zum Star. 2015 wurde die Serie „Mad Men“ nach sieben Staffeln eingestellt. Seitdem versucht sich Jon Hamm neu zu erfinden. So wie jetzt in seinem neuen Film „Baby Driver“.

Herr Hamm, Sie spielen in dem Film „Baby Driver“ einen Kriminellen. Korrekt?
Korrekt. Ich spiele einen Mann, der auf die schiefe Bahn gekommen ist, und das hat Spaß gemacht.
Hatten Sie irgendwelche kriminellen Erfahrungen, die Sie dafür nutzen konnten?
Nicht wirklich. Ich habe weder einen Mord begangen noch eine Bank ausgeraubt. Aber das Geniale an meinem Beruf ist ja, dass ich das alles auf der Leinwand ausleben kann, ohne dass es ernsthafte Konsequenzen hat. Das Schlimmste, was passieren kann, sind schlechte Kritiken.
Immerhin haben Sie mal im Knast gesessen. Sie sollen nach einem außer Kontrolle geratenen Studentenstreich verhaftet worden sein.
Ich weiß, das steht im Internet. Aber Sie wissen ja, wie es mit solchen Geschichten läuft, wenn man einen bestimmten Bekanntheitsgrad erreicht hat: Sie verselbstständigen sich.
Das ist also eine Internetlegende?
Ich möchte hier jetzt nicht zu detailliert auf meine Konflikte mit dem Gesetz eingehen. Nur so viel: Ich war nie so kriminell wie der Typ, den ich im Film spiele.
Klar, sonst würden wir uns jetzt wahrscheinlich nicht gerade unterhalten.
Wir würden uns in einer anderen Institution über ein anderes Thema unterhalten, mit einer dicken Glasscheibe zwischen uns. Vielleicht wären Sie mein Anwalt . . . (lacht)
Als Sie nach Los Angeles gezogen sind, waren Sie fast pleite. Ein Bankraub kam Ihnen nie in den Sinn?
Nein. Ich weiß, es ist im kollektiven Bewusstsein der USA gerade nicht besonders populär, aber ich glaube an unser Rechtssystem, die Regierung und die Form, in der unsere Gesellschaft organisiert ist. Ich bin froh, dass ich in diesem Land ein relativ freies Leben genießen kann. Das klingt nicht besonders cool, ist aber so. Viele Menschen sind natürlich gerade vom Gegenteil überzeugt. Ich war immer auf der Seite des Gesetzes. Aber es ist eine seltsame Zeit. Es scheint gerade in Mode zu kommen, das Gesetz zu brechen und auch noch stolz darauf zu sein.
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