Vor einem Jahr war der Vertrag Armin Petras’ als Intendant des Stuttgarter Schauspiels bis 2021 verlängert worden. Nun gab er bekannt, dass er Stuttgart vorzeitig verlässt Foto: dpa

Der Stuttgarter Schauspielintendant Armin Petras wird das Staatstheater drei Jahre früher verlassen als geplant: im Sommer 2018. Er nennt dafür „persönliche und familiäre Gründe“.

Stuttgart - Armin Petras verlässt Stuttgart. Vorzeitig. Erst vor einem Jahr war der bis 2018 ­laufende Vertrag des Stuttgarter Schauspielintendanten um drei Jahre bis 2021 verlängert worden. Die Nachricht überrascht, hatte man doch nicht nur im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gehofft, der 2013 aus Berlin nach Stuttgart gekommene Schauspielchef würde noch einmal die Begeisterung der ersten beiden Jahre entfachen können.

Überrascht die Nachricht aber? Zwei Jahre in Folge verlor das Schauspiel Stuttgart deutlich an Zuschauerzuspruch – und Petras’ künstlerischer Weg glich weiterhin eher einem Schlingerkurs: zwischen der Verteidigung des Theaters als an sich und in sich künstlerischer Raum einerseits und der Überhöhung tagesaktueller Fragen andererseits.

Armin Petras zieht sich aus persönlichen Gründen zurück. Höchster Respekt ist ihm sicher – nicht nur, weil er mit ungeheurer Energie die Lust am Theater neu geweckt hat, nicht nur, weil er jungen Regisseuren wie Martin Laberenz und Robert Borgmann auch im harten Gegenwind überzeugt den Rücken gestärkt hat. Nein, Stuttgart verdankt Armin Petras viel mehr – ein Denken über die eigene Institution hinaus, ein Denken, das nicht zuletzt den Weg geebnet hat, das Kunstgebäude am Schlossplatz als spartenübergreifendes Forum der Künste zu nutzen.

nikolai.forstbauer@stuttgarter-nachrichten.de

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