Geht zum FC Bayern und stellt den Kragen hoch: der Fußballtrainer Niko Kovac. Foto: AP

Kleider machen Leute. Oder auch nicht. Um das herauszufinden, unterziehen wir den Kleidungsstil bekannter Persönlichkeiten einem Stilcheck. Heute: Niko Kovac.

Stuttgart - Wenn ein Mann wie Niko Kovac den Kragen des Polohemdes hochstellt, dann kommen dafür drei Gründe infrage: Erstens, der Trainer von Eintracht Frankfurt leidet an teilweisem Gedächtnisverlust und glaubt, er nehme an einer Segelregatta teil; zweitens, Kovac hat Angst vor einem Nackenbiss seines Vorgesetzten Fredi Bobic, der von der Kündigung des begehrten Trainers aus der Presse erfahren hat; oder drittens, Kovac ist der neue Oberpopper des FC Bayern München.

Babypoporosa und Spülsteinmint

Letzteres wäre eine annehmbare Entschuldigung für einen ansonsten schlimmen stilistischen Fauxpas. Heutzutage kann man sich mit hochgestelltem Polokragen eigentlich nur noch mit Fischbrötchen auf Sylt oder in der Münchener Maximilianstraße zeigen, am besten am Steuer eines Cabrios mit einer aufs Hemd abgestimmten Sonderlackierung (Babypoporosa, Spülsteinmint). Anderswo ist das Hochklappen eines Hemdkragens ungefähr so cool wie Hosenträger, die man an den Ohren befestigt.

Adrette Rebellen

Wer sich auf diese Weise kleidet, will allen sagen: Geld spielt keine Rolex. Ein Spruch so asbachuralt wie die Popper-Bewegung der 80er Jahre, als ein hübsch frisierter Teil der Großstadtjugend durch das Tragen von Markenklamotten auf adrette Art gegen die Elterngeneration rebellierte. Und der FC Bayern, auf dessen Trainerbank künftig Niko Kovac Platz nehmen wird, ist ja auch der Ausnahmeverein in der Bundesliga – das letzte farbechte Lacoste-Polohemd unter lauter ausgewaschenen Kurzarmhemden.

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