Der Ehemann der Kanzlerin, Joachim Sauer, beim Schaulauf in Bayreuth. Foto: dpa

Kleider machen Leute. Oder auch nicht. Um das herauszufinden, unterziehen wir den Kleidungsstil bekannter Persönlichkeiten einem Stilcheck. Heute: Joachim Sauer.

Stuttgart - Wenn ein Mann in den 80er Jahren mit asymmetrisch geschnittenen oder geknöpften Klamotten aus dem Haus ging, gab es dafür drei mögliche Erklärungen. Restalkohol. Oder: Die treu sorgende Ehefrau war gerade auf Kur und fiel als Kammerzofe aus. Oder aber der Mann war in einen Anzug des japanischen Designers Yohji Yamamoto geschlüpft. Wer damals mutig war, versteckte seinen Körper in übergroßen Stoffhüllen oder trug etwas Verzogenes, Schräges aus Japan.

Sympathisch verknöpft

Niemand weiß, ob Joachim Sauer ein schräger Typ oder womöglich ein Yamamoto-Fan ist. Restalkohol und Strohwitwerschaft scheiden als Erklärungen für Sauers Aufzug zum Auftakt der Wagner-Festspiele in Bayreuth ebenfalls aus, zumal seine Frau Gemahlin ebenfalls auf dem roten Teppich zugegen war. Nein, Angela Merkels Ehemann hat sich schlichtweg verknöpft, was allerdings bei einem konventionellen Smokingblazer kaum möglich scheint. Doch das Jackett des 68-jährigen Quantenchemikers hat eben statt einem zwei Knopflöcher – und da ist die Wahrscheinlichkeit höher, etwas schief gewickelt aus der Toilette zurückzukommen. Was aber auch sympathisch ist, immerhin ist Sauer ein angesehener Wissenschaftler, der sich am Pult einer Universität sichtlich wohler fühlt als beim Schaulauf in Bayreuth. Wer im Alltag andauernd Differenzialgleichungen löst, vergisst schon mal den Blick in den Spiegel. Es lebe das Klischee.

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