Der Gentleman unter den Trainern: Carlo Ancelotti. Foto: AFP

Kleider machen Leute. Oder auch nicht. Um das herauszufinden, unterziehen wir den Kleidungsstil bekannter Persönlichkeiten einem Stilcheck. Heute: Carlo Ancelotti.

Stuttgart - Andrea Della Valle, der Chef der italienischen Modemarke Hogan, hat letztens in einem Interview erklärt, weshalb die Italiener weltweit für ihr Stilempfinden bewundert werden. Italiener setzten sich mit ihrer Garderobe bewusst auseinander, weil ihre Lebensart – anders als die Politik oder die Wirtschaft – ein nationales Markenzeichen sei. Kurzum: Die Italiener haben gewissermaßen eine Bringschuld, gut auszusehen. „Es ist ihnen nicht egal, wie sie herumlaufen“, sagte Andrea Della Valle. „Sie würden folglich niemals praktische Trekkingsandalen tragen.“

Ton in Ton

Die freiwillige Selbstverpflichtung gilt auch für den Cheftrainer des deutschen Rekordmeisters Bayern München. Der Fußballlehrer Carlo Ancelotti in Cargohosen und Trekkingsandalen? Ungefähr so schick wie ein Löffel neben einem ­Teller Pasta. Meist dirigiert der 57-jährige Norditaliener sein Star-Ensemble scheinbar emotionslos, aber stets perfekt gekleidet, an der Seitenlinie stehend. ­ Ancelotti macht oft den Eindruck, als würde ihm ein gezogener Faden im Sakko stärker zusetzen als ein verpasstes Pokalfinale.

Seine Anzüge haben einen guten Schnitt, nichts hängt, nichts ist zu eng, nichts steht ab. Dunkles Tuch, die Krawatten Ton in Ton. Die Schuhe sind offensichtlich keine Schnäppchen. Und er weiß wie so viele seiner Landsleute, dass Mode etwas mit Haltung zu tun hat. Wer souverän ist, kann auch mit einer Strickjacke unterm Businessanzug drei Punkte einfahren.

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