Bauchfrei im Pariser Winter: das Model Cara Delevingne hat keine Angst vor Erkältungen. Foto: AFP

Kleider machen Leute. Oder auch nicht. Um das herauszufinden, unterziehen wir den Kleidungsstil bekannter Persönlichkeiten einem Stilcheck. Heute: Cara Delevingne.

Stuttgart - Cara Delevingne ist ein britisches Topmodel und eine eher überschätzte Schauspielerin. Früher war Ersteres ein unverdächtiger Traumjob, der zwar immer wieder wegen der in der Modebranche vorherrschenden Schönheitsideale kritisiert wurde. Doch die Frauen übernahmen in den Skandalgeschichten stets die Opferrollen. Schuld an den unzähligen Drogen- und Hungerexzessen waren das System, die Kundschaft und die meist männlichen Designer.

Doch mit der scharf geführten Debatte um Sexismus und Machtmissbrauch in Hollywood und anderswo müssen sich nun auch Schauspielerinnen, Sängerinnen und Models positionieren. Sich zur Abwechslung fragen lassen, ob man zu einem Filmfestival oder zu einer Modenschau in solidarischem Protestschwarz geht oder man beziehungsweise Frau sich doch lieber bauchfrei präsentiert wie Cara Delevingne.

Sex sells

Die naive Prahlerin erschien zur Dior-Show auf der Pariser Modewoche ganz und gar freiwillig in einem übergroßen Mantel, der zwar tristgrau war, unter dem Delevingne aber betont luftdurchlässig bekleidet war. Trotz #metoo-Debatte, Missbrauchsvorwürfen im Modebiz und Temperaturen um den Gefriergrad in der französischen Kapitale führte die 25-Jährige den Fotografen ihre vortrefflichen Bauchmuckis und Grübchen unterm Brustkorb vor. Ein Schlauchbustier und die aus dem Hosenbund lugende Unterhose samt Designerschriftzug haben weniger mit Stil als mit nackten Tatsachen zu tun: Sex sells! Oder um es mit den Worten der weisen und schönen Marlene Dietrich zu sagen, die sich über diese peinliche Aufmachung von Delevingne bestimmt herrlich amüsiert hätte: „Die Männer beteuern immer, sie lieben die innere Schönheit der Frau – komischerweise gucken sie aber ganz woanders hin.“

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