Defensivexperte in der Nationalmannschaft, Offensivspezialist in der Mode: Jérôme Boateng. Foto: dpa

Kleider machen Leute. Oder auch nicht. Um das herauszufinden, unterziehen wir den Kleidungsstil bekannter Persönlichkeiten einem Stilcheck. Heute: Jérôme Boateng.

Stuttgart - So oft steht man als schwer beschäftigter Mann vor seinem Kleiderschrank wie der Ochse vor dem Scheunentor. Wenn man wieder kurz mal aufs Flugzeug muss und nicht weiß, was man anziehen soll. Wer sich in einer Abflughalle umschaut, befindet sich zumeist in bester Gesellschaft reisender Mode-Analphabeten. Kaum einer wirkt so unangestrengt elegant wie der Vielflieger und amtierende Fußball-Weltmeister Jérôme Boateng.

Elegant und stets abflugbereit

Sein Foto vom Abflug ins russische WM-Quartier müsste man sich an die Schranktür kleben: als Mahnung und Motivationshilfe. Vom Rollkoffer aus deutscher Herstellung über die Streber-Brille (mit Retro-Gestell in Gold aus eigener Kollektion) bis hin zu den dezenten Kopfhörern und dem leichten Anzug (aus Metzingen) offenbart Jogi Löws gestandener Abwehrrecke erstaunliche Offensivqualitäten als Schauläufer. Da sitzt alles perfekt, zwickt nix. Selbst der olle Rucksack wird hier zum Augenschmeichler. Zwar werden alle Spieler der Nationalmannschaft von denselben Sponsoren eingekleidet, doch kaum einer sieht in der zivilen Montur so wenig verkleidet, dafür reisefertig aus wie Boateng. Vielleicht hat das Abflugschalter-Model Boateng sein Talent von der Mutter geerbt: Die arbeitete zunächst als Flugbegleiterin bei British Airways und war später beim Bodenpersonal der Lufthansa beschäftigt. Rein äußerlich betrachtet steht der Weltmeister schon jetzt fest: Deutschland.

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